Fußball: Landesliga Nullacht zeigt gegen Ahaus eine Halbzeit zum Vergessen

Münster -

Eine Halbzeit lang lief der SC Münster 08 beim 0:4 gegen Eintracht Ahaus neben der Spur. Dann riss sich der Gastgeber zusammen, zeigte einen glänzenden zweiten Durchgang, konnte am Ergebnis aber auch nichts mehr drehen.

Von Niklas Sprenger
Eine Nummer zu groß war Ahaus mit Thorben Stratmann für Nullacht und Leon Wäntig (u.).
Eine Nummer zu groß war Ahaus mit Thorben Stratmann für Nullacht und Leon Wäntig (u.). Foto: Heimspiel/Christian Lehmann

Auf dem Papier konnte der neutrale Zuschauer beim Aufeinandertreffen des Tabellenvierten SC Münster 08 mit dem Sechsten Eintracht Ahaus ein Duell auf Augenhöhe erwarten. Doch es kam gänzlich anders. Die Gäste erteilten dem zuletzt stark aufspielenden Kanalclub im ersten Durchgang eine Lehrstunde vom Allerfeinsten – 0:4 hieß es zum Pausentee, da war der Drops gelutscht. „Wir haben die erste Hälfte völlig verschlafen, wurden vorgeführt. Es hat auch die Bereitschaft gefehlt, wir kamen überhaupt nicht zurecht und haben zu viele individuelle Fehler gemacht“, so die ehrliche Einschätzung von Trainer Mirsad Celebic .

Der Gast trat von Beginn an mit der berühmt-berüchtigten breiten Brust an, zeigte eine positiv-aggressive Grundeinstellung und zwang die überforderte Münsteraner Defensivabteilung durch extrem hohes Pressing immer wieder zu Fehlern. Erschwerend hinzu kam die drückende Überlegenheit bei Standards: Sowohl das 2:0 durch Kai Erning (13.) als auch das 4:0 durch Kevin Dücker (45+3.) resultierte aus einem ruhenden Ball. Den weiteren Gegentreffern durch Maximilian Hinkelmann (10.) und Tobias Hemling (35.) gingen individuelle Fehler voraus, die Gäste sicherten sich gefühlt jeden „Rebound“. Das sonst so dynamische Nullachter Offensivspiel wirkte ungewohnt statisch und einfallslos, die Kreativzentrale um Frederik Schulte und Timo Twachtmann agierte ohne Inspiration. Einzig Gunnar Weber strahlte echte Torgefahr aus, Sturmpartner Dennis Hamsen brachte seine PS nicht ansatzweise aufs Feld.

Im zweiten Abschnitt wechselte die Eintracht in den Energiesparmodus. Nullacht bewies Moral und investierte trotz aussichtsloser Konstellation enorm viel. Der eingewechselte Patrick Fechtel brachte Belebung. Zählbares sprang dabei allerdings nicht heraus.

Celebic sagte: „Mit den letzten Tagen, Wochen und Monaten bin ich absolut zufrieden. Auch diesmal kann man etwas mitnehmen, da wir eine überragende zweite Hälfte gespielt haben.“ Der Fairness halber muss gesagt werden, dass Ahaus im Bewusstsein des komfortablen Vorsprungs lediglich mit angezogener Handbremse aufgetreten ist.“

Nullacht : Toboll – Wäntig, Ricken, Grabowski, Annas (46. Bodin), Breloh (38. Fechtel)– Stiller, Twachtmann, Schulte – Hamsen, Weber (46. Höppner)

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