Fußball: 3. Liga Preußen-Talent Warschewski und die Entscheidung mit Weitsicht

Münster -

Mit drei Toren im Westfalenpokal gegen die SpVgg Erkenschwick spielte sich Tobias Warschewski in den Vordergrund. Seine Entscheidung, den Preußen treu zu bleiben, scheint sich auszuzahlen – zumal der Stürmer erst in der nächsten Saison ins Seniorenalter kommt.

Von Thomas Rellmann
Eines von drei Toren am Sonntag: Tobias Warschewski (2.v.l.) köpft den Ball nach einer Ecke ins Erkenschwicker Tor – nun darf der Youngster auch auf Drittliga-Minuten hoffen.
Eines von drei Toren am Sonntag: Tobias Warschewski (2.v.l.) köpft den Ball nach einer Ecke ins Erkenschwicker Tor – nun darf der Youngster auch auf Drittliga-Minuten hoffen. Foto: Jürgen Peperhowe

Das große Talent in den eigenen Reihen erkannten die Preußen recht früh. Nach einem halben Jahr im Adlerdress durfte der vom TSC Eintracht Dortmund gekommene A-Junior Tobias Warschewski als Jungjahrgang im vergangenen Winter bereits mit den Profis trainieren, fuhr auch mit ins Trainingslager nach Spanien und machte seitdem immer wieder auf sich aufmerksam. Der Höhepunkt einer guten Entwicklung, die der Stürmer bislang an der Hammer Straße genommen hat, war zweifellos sein Dreierpack am Sonntag im Westfalenpokal gegen Oberligist SpVgg Erkenschwick (7:0). „Danach gab es Glückwünsche von vielen Seiten“, so der 18-Jährige, der ja noch in der U 19 spielberechtigt ist und dort in fünf Spielen auch fünf Mal traf.

Sicher kam ihm zugute, dass sein Förderer Cihan Tasdelen, der ihn seit der Vorsaison in der A-Jugend coacht, aktuell als Interimslösung nach der Trennung von Horst Steffen fungiert. Doch auch unter dem Ex-Trainer hatte Warschewski schon zwei Kurzeinsätze in der 3. Liga. Folgt nun am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden gar das Startelf-Debüt? „Erst mal versuche ich, in dieser Woche gut zu trainieren“, sagt der Youngster bescheiden. Er weiß, dass etablierte Kräfte wie Adriano Grimaldi, Jesse Weißenfels oder auch Tobias Rühle im Normalfall vorgezogen werden. „Ich bleibe realistisch. Natürlich möchte ich jetzt oben dabeibleiben. Aber wenn ich in der U 19 eingesetzt werde, ist das auch in Ordnung.“ Dabei räumt er ein, dass die Gratwanderung anfangs schon schwierig war. Bei den Profis trainieren, bei den Jugendlichen spielen und maximal die Einheit vor einem Einsatz mitmachen – das hatte durchaus Tücken. „Aber die U-19-Jungs haben mich immer gut aufgenommen.“

Sie werden auch künftig wohl nicht komplett auf ihren Goalgetter verzichten müssen. Viel hängt davon ab, wer als Steffen-Nachfolger präsentiert wird. Doch Warschewski hat längst nachgewiesen, dass er keine Eintagsfliege bleiben muss. Trotz seines jüngsten Erfolgserlebnisses im Pokal und seines Viererpacks in der A-Jugend-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld (4:2) ist der Dortmunder, der im Sommer sein Fach-Abi gemacht hat und sich aktuell ausschließlich auf den Fußball konzentriert, kein reiner Knipser, sondern zeichnet sich vielmehr durch eine hohe Laufbereitschaft aus und den Willen, auch defensiv immer mal wieder auszuhelfen. Dass er sich auch im Nachwuchsteam nie schont, ist selbstverständlich. Daher genießt er bei den jungen Kollegen hohes Ansehen, selbst wenn im Vorwärtsgang mal nicht alles gelingt.

Warschewski scheint den Kopf frei zu haben. Daher entschied er sich vor der Saison auch, in Münster zu bleiben, obwohl Anfragen der großen Namen vorlagen. Der FC Schalke 04 und vor allem Borussia Dortmund, der Club aus der Heimatstadt, handelten sich Absagen ein. Früh legte sich der Angreifer auf den SCP fest. „Natürlich habe ich mir die anderen Sachen angehört und mir auch viele Gedanken gemacht. Aber nach den Gesprächen mit der Familie, den Freunden und meinem Berater war ich sicher, dass Preußen die beste Option ist.“

So reizvoll Königsblau oder Schwarz-Gelb auch klingen mögen – einen Garantieschein für Einsatzzeiten hätte es an den großen Bundesliga-Standorten keineswegs gegeben. So darf sich Warschewski, der mit seinem Teamkollegen Lion Schweers im Auto von Dortmund nach Münster fährt, jedenfalls in seiner Entscheidung bestätigt sehen.

Bis 2018 ist der Teenager noch gebunden in Münster. So früh so nah dran am Profi-Team war im vergangenen Jahrzehnt kein Preußen-Spieler. „Ich will die Chancen, die sich bieten, nutzen“, sagt der 1,87 Meter große Offensivmann. Gegen Erkenschwick hat das prima funktioniert. Vielleicht lässt sich die Umsetzung dieses Plans ja schon gegen Wiesbaden weiter verwirklichen.

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