Fußball: Westfalenliga Gievenbeck erkämpft sich gegen Hassel einen korrekten Teilerfolg

Münster -

Fast das letzte Aufgebot schickte Trainer Benjamin Heeke gegen die YEG Hassel in die 90 Minuten. Und der ersatzgeschwächte 1. FC Gievenbeck schlug sich achtbar und nahm am Ende gegen den spiel- und auswärtsstarken Gast aus Gelsenkirchen einen Punkt mit.

Von Thomas Austermann
Laufduell mit Ball: Gievenbecks Fabian Gerick (r.) und Kadir Gökyar streiten um das Spielgerät. Am Ende gab es für beide einen Punkt, Tore allerdings fielen keine.
Laufduell mit Ball: Gievenbecks Fabian Gerick (r.) und Kadir Gökyar streiten um das Spielgerät. Am Ende gab es für beide einen Punkt, Tore allerdings fielen keine. Foto: Wilfried Hiegemann

Für den Moment muss das reichen. Höhere Ansprüche dürfen später wieder gestellt werden. Viele personelle Möglichkeiten hat der dezimierte 1. FC Gievenbeck derzeit nicht. Das torlose Westfalenliga-Remis gegen YEG Hassel aus Gelsenkirchen wurde von den realistisch gestimmten Fußballern ansatzlos als korrekter wie kleiner Teilerfolg gewertet.

Zwei Siege holte der FCG bisher, beide daheim, beide mit besserer Formation als dieser, die etliche Akteure aus der zweiten Reihe aufbot, andere auf ungewohnten Positionen. Und zu drei Ersatzleuten kam der gerade in der Zweiten erfolgreiche Yusuf Güllü. Jetzt hätte es nur gereicht, „wenn wir vor dem Tor mehr Qualität entwickelt hätten“, wie Trainer Benjamin Heeke sagte, der einigen wenigen vielversprechenden Szenen nachtrauerte. Den Blick für die Kräfteverhältnisse verlor Heeke keineswegs: „Ja, Glück hätten wir dann auch gehabt.“ Stand sein Team bis zur Pause eher tiefer als nötig, schoben sich alle später weiter vor, ohne daraus Kapital schlagen zu können.

YEG ohne Trainer

Dass Hassel – Trainer Oktay Güney fehlte, weil er beruflich verhindert war – drei von vier Auswärtsspielen gewonnen hatte, wurde ansatzweise erkennbar. Die nicht leicht zu bespielende Elf, die laufstark und bissig agiert und technisch beschlagen ist, trauerte zwei großen Szenen hinterher. Den Kopfball von Ali Serhat kratzte Keeper Nico Eschhaus sensationell von der Linie, den freien Ball schob Serhat aus spitzem Winkel ins Aus (22.). Und dass Serdar Yigit nach Rechtsflanke von Kapitän Mesut Özkaya vollkommen freistehend aus fünf Metern weder im ersten noch zweiten Anlauf traf, war balltechnisch schlicht haarsträubend (55.).

Szenen von derlei Qualität hatten die Münsteraner nicht, für die Rechtsverteidiger Andre Stothmann ein ordentliches Saisondebüt gab. Solo-Stürmer Fabian Gerick hat es ohnehin nicht leicht alleine vorn, nun fehlte ihm vielfach die wirkungsvolle Unterstützung der Sportsfreunde dahinter. Einmal nahm Gerick den präsenten Aufbauspieler Alan Bezhaev mit, aber der schloss zu schwach ab. Standards kommen ja oft gut durch Maximilian Franke, jetzt traf Innenverteidiger-Kollege Constantin Rieger per Kopf die Hereingaben weder platziert noch wuchtig.

Einige Präzisionsmängel stoppten Attacken im Ansatz, oft musste nach Ballverlust blitzschnell umgedacht werden. Gericks Solo nach Pass von Maximilian Natrup endete, weil er an Tempo verlor, mit einem Schuss ins Aus (57.). Ohne Training kam Eric Sabe noch ins Spiel und machte rechts herum Dampf. Einmal lief er einem Mitspielern in die Quere, statt den freien Raum rechts zu suchen.

„Die Offensive stand heute nicht in unserem Blickpunkt“, sagte Heeke. „Wir haben kein Gegentor kassiert und eine bessere zweite Halbzeit geboten.“

Gievenbeck : Eschhaus – Strothmann, Rieger, Franke, von der Ley – Bezhaev – Geisler, Natrup, Brüwer (58. Sabe) – Heubrock – Gerick (87. Canisius).

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