Fußball: SC Münster 08 in der Landesliga Die Reisen des jungen Gunnar Weber

Münster -

Der schnelle Kerl hat schon für manche Vereine erfolgreich gekickt. Nicht überall traf Gunnar Weber auf Fußball-Glück. Jetzt aber scheint er genau das gefunden zu haben. Beim Landesligisten SC Münster 08 gehört er zu den auffälligen Figuren.

Von Niklas Sprenger
Hat er seine sportliche Heimat gefunden? Gunnar Weber (l.) fühlt sich bei den Nullachtern pudelwohl.
Hat er seine sportliche Heimat gefunden? Gunnar Weber (l.) fühlt sich bei den Nullachtern pudelwohl. Foto: Wilfried Hiegemann

10. Juni 2010, Tatort Herbern , Landesliga-Aufstiegsrelegation zwischen dem 1. FC Gievenbeck und dem TuS Eving. Anfang des zweiten Durchgangs liegen die Münsteraner nahezu aussichtslos mit 0:2 in Rückstand und Trainer Maik Weßels wirft einen 20-jährigen Blondschopf ins kalte Wasser. Was darauf folgt, ist das klassische Fußballmärchen: Gunnar Weber dreht das Spiel innerhalb von 27 Minuten per lupenreinem Hattrick und schießt Gievenbeck in die Westfalenliga. „Das schönste Spiel meines Lebens. Es war grandios, hat sich wie ein Traum angefühlt“, erinnert sich der Angreifer.

Heute schnürt der mittlerweile 26-Jährige die Schuhe für den Landesligisten SC Münster 08. Am vergangenen Wochenende erzielte er mit einem direkten verwandelten Freistoß das 1:0 – auch damals in Herbern war der erste Treffer ein Standardtor, so schließt sich der Kreis.

Es macht den Eindruck, als könne der Verein vom Kanal die lang ersehnte sportliche Heimat für den Münsteraner werden. Weber selbst sieht es ähnlich: „Wir haben ein sehr homogenes Team und können zusammen viel erreichen, der Verein hat in den letzten Monaten eine extrem positive Entwicklung genommen. Nullacht hat das gewisse Etwas, hier ist alles super familiär.“

Es gab auch andere Zeiten in Webers Fußballerleben, speziell das halbjährige Engagement bei RW Ahlen verlief nicht harmonisch: „In Ahlen hat es mit Trainer Marco Antwerpen einfach nicht gepasst. Es sind Geschichten passiert, die waren extrem hart, und mir ist die Lust am Fußball vergangen. Dennoch war es eine wertvolle Erfahrung, in erster Linie das Drumherum mit 1500 Zuschauern bei den Spielen.“

Zuvor kickte der gelernte IT-Systemkaufmann für Davaria Davensberg, unter der Regie des heutigen SF-Lotte-Trainers Ismail Atalan, und für den TuS Hiltrup. „Von ,Isi´ habe ich viel gelernt, er ist unglaublich akribisch und ambitioniert. In Hiltrup hatten wir eine super Truppe, mit Michi Fromme konnte ich mich perfekt ergänzen.“ Weber blickt gern auf diese Periode zurück, die 2014 für ihn als Westfalenliga-Torschützenkönig endete.

Nach dem kurzen Intermezzo in Ahlen folgten zuletzt eineinhalb Jahre in der U 23 des SC Preußen Münster mit Höhen und Tiefen. „Trainingsbedingungen, Tempo und Intensität sind dort schon etwas Besonderes, und Sören Weinfurtner ist im taktischen Bereich überragend. Leider war ich durch eine Schambeinentzündung sieben Monate außer Gefecht gesetzt“, erzählt Weber über seine Zeit an der Hammer Straße.

Doch warum ist der Vollblutstürmer eigentlich so gefragt? „Ich habe einen relativ guten Abschluss und einen starken Willen. Mittlerweile bin ich auch recht robust geworden, das sind jedoch nicht nur Muskeln“, scherzt Weber über seine Qualitäten auf dem Platz.

Nun scheint der Reisende vielleicht am Kanal den Anker auszuwerfen und hat dabei ein großes Ziel: „Obwohl ich selbst kein Hallenspezialist bin, würde ich sehr gerne einmal Stadtmeister werden.“

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