Rad: 11. Sparkassen Münsterland Giro Münsteraner ausgebremst: Massenstürze werden zum Verhängnis

Münster -

Julian Horstmann und Christian Müller haben es nicht geschafft. Im Rahmen des German Cycling Cups wollten sie zum Sprung an die Spitze ansetzen – mussten aufgrund von Massenstürzen allerdings mit ihren Plätzen zwei und drei in der Gesamtwertung Vorlieb nehmen.

Von André Fischer
Rad: 11. Sparkassen Münsterland Giro : Münsteraner ausgebremst: Massenstürze werden zum Verhängnis
Im Ziel nach einem spektakulären Rennen vereint: Christian Müller (links) und Julian Horstmann. Foto: Jürgen Peperhowe

Die ersten Sonnenstrahlen brachen sich ihre Bahn. Wohltuend – bei zwölf Grad um kurz vor 8 Uhr am Morgen auf der Apffel­staedtstraße. Julian Horstmann (Bürstner-Dümo Cycling) und Christian Müller (Merkur Cycling Team) werden das unmittelbar vor ihrer finalen Reise über die 140 Kilometer im Rahmen des German Cycling Cups (GCC) kaum wahrgenommen haben. Sie verließen sich ganz auf ihre innere Wärme. Ein Stück weit brannten sie vielleicht, denn beim traditionellen Abschluss der Jedermann-Serie vor ihrer Haustür machten sich beide Münsteraner noch berechtigte Hoffnungen auf das Gelbe Trikot.

Nur wenige Zähler trennten sie schließlich vom Gesamtführenden Manuel Kirfel (Bürstner-Dümo). „Für mich würde sich ein Traum erfüllen, hier in Münster auf das oberste Treppchen zu steigen“, ließ sich Horstmann bei aller Konzentration vor dem Rennen ein paar Worte entlocken. Wie es ist, Zweiter zu sein, weiß er. 2013 war ihm das bereits einmal gelungen. Und nun: „Will ich mehr!“.

Es blieb beim Vorhaben. Leider. Auch, weil das Event für den 28-Jährigen denkbar schlecht begann. Schon nach zehn Kilometern zwischen Roxel und Schapdetten musste er unfreiwillig vom Rad. Urplötzlich riss es auf der feuchten Fahrbahn etliche Fahrer hernieder. Mittendrin: Horstmann, der sich im Graben wiederfand. Kurz geschüttelt, das Rad gerichtet, und weiter ging’s – gottlob. Und wie.

Mit einem unglaublichen Leistungswillen rollte er das Feld von hinten auf, lag knapp 130 Kilometer weiter auf der Zielgeraden vor dem Schloss auf Kurs. Und wurde 500 Meter davor erneut infolge eines Massensturzes unsanft ausgebremst – als Opfer einer Unaufmerksamkeit eines Konkurrenten, der mit dem Lenker ins Absperrgitter geriet, stürzte und Teile des Fahrerfeldes mitnahm. „Ich musste auf Null runter“, schildert er die Situation.

Zumindest blieb ihm diesmal ein Sturz erspart. Gleichwohl war der Tagessieg futsch, die Aussicht auf Rang eins in der Gesamtwertung wurde mal eben weggespült. Bitter! Letztlich stand unterm Strich Rang 28 zu Buche nach 3:22:40 Stunden, in der Gesamtwertung verteidigte er zumindest Platz zwei. Seine ernüchternde Bilanz: „Wichtig ist, dass ich heile da rausgekommen bin.“

Schöpfer-Droop, Frerich und Leeze Biehler Team vorne dabei

Münsters Farben hielt einmal mehr Matthias Schöpfer-Droop vom Rose Team Münsterland hoch. In der Master-3-Wertung holte er sich Rang zwei beim Heimrennen über 140 Kilometer. In der Gesamtwertung des German Cycling Cups machte er damit einen weiteren Platz gut, wurde Zweiter. Den Tagessieg sicherte sich bei den Juniorinnen über die 70 Kilometer Isabel Frerich, ebenfalls vom Rose-Team. In der Gesamtwertung wurde sie Zweite. Der Tagessieg bei den Mannschaften über die lange Distanz (140 Kilometer) ging in diesem Jahr erstmals nach Münster an das Leeze Biehler Team.

Das war auch für Christian Müller das Wichtigste. Er lag zusammen mit Horstmann in der Führungsgruppe, die den Zielstrich schon fast vor Augen hatte – und musste als Folge des Sturzes „Gas“ rausnehmen. „Das alles passierte direkt vor meiner Nase. Ich hatte keine Chance, auszuweichen“, sagt er. Trotzdem rettete er Platz zwölf über die Ziellinie, der Rang drei in der Altersklassenwertung bedeutete (3:22:28 Stunden).

„Klar bin ich nicht zufrieden. Aber wir haben das Rennen nicht heute verloren.“ Wenigstens sicherte sich der amtierende Amateurweltmeister im Zeitfahren Bronze im Gesamtklassement. Ein weiterer Trost ist die Goldmedaille für das Merkur-Team, das der 28-Jährige als Kapitän anführt, in der Mannschaftswertung.

Auch Horstmann tröstete sich: Das Gelbe Trikot ging an das Bürstner-Team – Kirfel legte als Tageszweiter den Grundstein und verteidigte seine Führung im Finale von Münster.

15 Fahrer stationär aufgenommen

Der Sanitäts- und Rettungsdienst für den Sparkassen Münsterland Giro 2016 wurde von rund 58 Kräften der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, dem Arbeiter Samariter-Bund und der Feuerwehr der Stadt Münster durchgeführt. Unterstützt wurde die Streckensicherung durch die Johanniter-Motorradstaffel aus Nordrhein-Westfalen.

Bereits beim ersten Rennen der Amateure kam es im Bereich Tilbeck zu einem Massensturz. Hierbei verletzte sich eine Person so schwer, dass diese vom Notarzt versorgt werden musste und mit dem Rettungswagen ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert wurde.

Insgesamt wurden 75 Radler durch die Sanitäter versorgt: In erster Linie handelte es sich bei den Verletzungen um Abschürfungen, die durch Stürze entstanden sind. 15 Fahrer mussten durch den Rettungsdienst in die umliegenden Krankenhäuser zur weiteren Behandlung gebracht werden. „Das sind für uns normale Zahlen für eine Veranstaltung dieser Größe“, sagt Gesamteinsatzleiter Bernhard Wessels von der Feuerwehr Münster.

„Gefühlt sind es mal fünf mehr, mal fünf weniger.“ Wessels war froh, dass erneut alles mehr oder weniger reibungslos über die Bühne ging. „Alle Einsatzkräfte haben wirklich eine tolle Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass der Giro ein voller Erfolg wurde“.

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