Rad: Sparkassen-Münsterland-Giro 2016 Massensturz auf der Zielgeraden raubt Münsteranern die Siegchance

Münster -

Die Münsteraner Julian Horstmann und Christian Müller wollten sich im Jedermann-Rennen über die 140-Kilometer-Distanz den Gesamtsieg im German Cycling Cup holen. Doch auf der Zielgeraden werden sie Opfer eines Massensturzes.

Von André Fischer
Rad: Sparkassen-Münsterland-Giro 2016 : Massensturz auf der Zielgeraden raubt Münsteranern die Siegchance
Glück im Unglück hatten Christian Müller (l.) und Julian Horstmann beim Finale des German Cycling Cups in ihrer Heimatstadt Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Gefahr rollt mit. Massenstürze sind ein Phänomen des Radsports. Wo ein derart hohes Tempo gefahren wird, kann schon mal auf der Zielgeraden das Maß an Konzentration nachlassen. Das mussten Julian Horstmann (Bürstner-Dümo Cycling) und Christian Müller (Merkur Druck), beide Münsteraner, erfahren. Zwar nicht am eigenen Leib, aber doch waren sie derart involviert, dass sie ihre guten Ausgangspositionen herschenken mussten.

Die beiden Münsteraner wurden 500 Meter vor dem Finish Opfer einer Unaufmerksamkeit eines Konkurrenten, der mit dem Lenker ins Absperrgitter geriet, stürzte und etliche Fahrer mitriss. Die Folge: In die Entscheidung um den Tagessieg konnten sie nicht eingreifen. Bitter beim mit Vorfreude und Spannung erwarteten Finale vor der eigenen Haustür.

Gute eine Stunde nach dem Rennen gönnte sich Horstmann einen Teller Nudeln. Runterkommen lautete die Devise. Und das kulinarisch. „Ja, klar bin ich enttäuscht“, gab der 28-Jährige zu Protokoll, um dann doch sein Lächeln wiederzufinden. „Wenn ich auf die gesamte Saison blicke, war das schon in Ordnung. Meine Leistung war konstant gut. Manchmal braucht man halt das nötige Quäntchen Glück. Das hatte ich heute nicht.“ Nun, ganz stimmt das nicht. Fortuna war ihm schon hold. Den Sturz überstand er unbeschadet, weil er auf Null runterschaltete und der größten Klippe aus dem Wege ging.

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Manuel Kirferl gewinnt German Cycling Cup

Gesundheit ist bekanntlich ein rares Gut. Und so bilanzierte auch Horstmann: „Wichtig ist, dass ich heile da rausgekommen bin.“ Recht hat er, selbst wenn er mit dem Ziehen der Notbremse die Chance verpasste, in die Gesamtwertung des German Cycling Cups (GCC), der Rennserie für Hobbyradsportler, einzugreifen.  Am Ende musste er sich hier mit Rang zwei hinter seinem Teamkollegen Manuel Kirfel zufrieden geben. Wenigstens das Gelbe Trikot bleibt beim Team.

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Der Sturz passierte direkt vor mir, ich hatte keine Chance, dran vorbeizuziehen

Christian Müller

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Christian Müller, Lebensgefährte von Bundesliga-Fahrerin Katharina Venjakob (Maxx-Solar), hatte ebenfalls Glück im Unglück. „Der Sturz passierte direkt vor mir, ich hatte keine Chance, dran vorbeizuziehen“, erinnert er sich. Wie Horstmann musste auch er vom „Gas“. Zumindest rettete er Platz zwölf über die Ziellinie und Rang drei in der Altersklassenwertung. „Wir sind volles Risiko gefahren, weil wir einen Rückstand aufholen wollten. Diese Rechnung ist leider am Ende nicht aufgegangen“, so Müller, der noch im August in Australien Weltmeister im Zeitfahren bei den Amateuren wurde. Seinen dritten Rang im German Cycling Cup hat er verteidigt, mehr war nicht drin. Der Kapitän des Merkur-Teams war daher nicht unbedingt zufrieden: „Wenn ich in diese Saison gehe, will ich Rennen gewinnen. Morgen sieht die Welt aber schon wieder anders aus.“

Münsters Farben hielt auch einmal mehr Matthias Schöpfer-Droop vom Rose Team Münsterland hoch. In der Master-3-Wertung holte er sich Rang zwei beim Heimrennen über 140 Kilometer. In der Gesamtwertung des GCC machte er damit einen weiteren Platz gut, Rang zwei stand unterm Strich zu Buche. Den Tagessieg sicherte sich bei den Juniorinnen über die 70 Kilometer Isabel Frerich, ebenfalls vom Rose-Team. Die 17-Jährige freute sich riesig. „Das kam völlig unerwartet“, kämpfte sie bei der Siegerehrung ein wenig mit ihren Gefühlen. In der GCC-Gesamtwertung bedeutete das Rang zwei. Der Tagessieg in der Mannschaftswertung über die lange Distanz (140 Kilometer) ging in diesem Jahr erstmals nach Münster . Das Leeze Biehler Team hatte die Nase vorn.

German Cycling Cup

Die Rennserie „German Cycling Cup“ (GCC) wird vom Verband Deutscher Radrennveranstalter (VDR) durchgeführt. Im Rahmen der Serie werden nach dem letzten Lauf in Münster die Gesamtführenden in den Klassen Männer/Frauen, Master 1, Master 2, Master 3 und Master 4 (männlich und weiblich) als Sieger 2016 geehrt. An der Serie können Männer, Frauen und Jugendliche unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft teilnehmen. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Lizenzinhaber des laufenden Jahres der Leistungsklassen A und B des BDR (unabhängig von der Altersklasse) sowie Mitglieder einer bei der UCI gemeldeten Sportgruppe. Lizenzinhaber, welche im Laufe des Jahres aus der C-Klasse in die B-Klasse aufsteigen, sind ab diesem Zeitpunkt im GCC nicht mehr startberechtigt, werden aber weiterhin in der Gesamtwertung mit den bis dahin errungenen Punkten geführt. Im Rahmen der Rennserie erfolgt auch eine Teamwertung. Dabei können für die Mannschaftswertung beliebig viele Fahrer gemeldet werden.

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