Rad: Sparkassen Münsterland Giro Cavendish sagt kurzfristig ab

Münster -

Am Montag steigt die elfte Auflage des Sparkassen Münsterland Giros. Es ist das Gipfeltreffen der Sprinter, von denen am späten Sonntag einer absagen musste: Marc Cavendish. Der Brite plagt sich noch mit einer Verletzung und kann noch kein Rennen bestreiten – sehr zur Enttäuschung des Veranstalters.

Von André Fischer
Muss beim Sparkassen Münsterland Giro passen: Mark Cavendish.
Muss beim Sparkassen Münsterland Giro passen: Mark Cavendish. Foto: dpa

Diese Nachricht wird den Veranstalter nicht gerade erfreut haben: Marc Cavendish hat am späten Sonntag seinen Start beim Sparkassen Münsterland Giro abgesagt. Der mit Spannung erwartete Brite fehlt damit bei der elften Auflage. Schon 2015 musste er kurzfristig passen. Ärgerlich.

Am 3. Oktober hat das Rennrad im Münsterland traditionell Vorfahrt. Mehr als 4500 Jedermänner und knapp 200 Profis werden beim Sparkassen Münsterland Giro durch die Region rollen – von einer Welle der Begeisterung getragen. Organisatoren und Sponsoren treffen den Kern, wenn sie das Event am Tag der Deutschen Einheit zum „Radsportfeiertag“ auserlesen. Vorhang auf für die elfte Auflage.

Die hat das Zeug, Geschichte zu schreiben. Nicht nur, was die abermals rekordverdächtigen Teilnehmerzahlen bei den Breitensportlern angeht. Speziell das Rennen der Profis verspricht Außergewöhnliches. Die Starterliste liest sich wie das „Who is who“ der (inter-)nationalen Sprinterszene. André Greipel (Lotto-Soudal), Marcel Kittel (Etixx-Quick Step) und John Degenkolb (Giant-­Alpecin) – mehr geht bald nicht. Einziger Wermutstropfen: Mark Cavendish (Dimension Data) musste am späten Sonntag absagen. „Für uns als Team, für die Veranstaltung und für Cav eine total besch... Situation“, so Rolf Aldag, Manager des Teams. Der 30-fache Etappensieger der Tour de France habe krankheitsbedingt zuletzt sechs Tage kein Rad fahren können. „Seine Flüge von Florenz nach Düsseldorf und für den morgigen Abend weiter sind gebucht, alles war fix, aber er kann nicht fahren. Er saß jetzt zwei Tage wieder auf dem Rad, aber das reicht nicht für ein Rennen.“ Dennoch kann Cheforganisator Rainer Bergmann vom Sportamt der Stadt Münster mit weiteren Pfunden wie dem mehrfachen Zeitfahrweltmeister Tony Martin (Etixx-Quick Step) und dem sprinterfahrenen Nikias Arndt (Giant-Alpecin) wuchern. Der Giro spielt im globalen Radrennzirkus trotz der kurzfristigen Absage von Cavendish eine tragende Rolle.

Alles spricht dafür, dass die Entscheidung erst auf den letzten Metern, vielleicht sogar Zentimetern vor dem Schloss und einer tobenden Menge in Münster fällt. So passiert 2014, als sich Greipel und Degenkolb ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, das der Lotto-Soudal-Fahrer in einem Wimpernschlagfinale für sich entschied. Zum zweiten Mal nach 2008. Kittel (2011, 2012) und dem Niederländer Jos van Emden (Team Lotto NL-Jumbo, 2007 und 2013) war das ebenfalls vergönnt. Nicht unmöglich, dass die Krone 2016 zum dritten Mal an ein und denselben Fahrer vergeben wird.

Ausreißer dürften es schwer haben auf der 215,8 Kilometer langen Strecke mit sieben Berg- und drei Sprintwertungen. Wer den Mut und die Körner hat, auszubrechen, dürfte spätestens auf der finalen Rundstrecke in Münsters guter Stube gestellt werden – ein bitteres Szenario.

„Dass hier die Weltspitze der Sprinter vorstellig wird, ist gut für Münster, aber schlecht für mich“, sagt Lokalmatador Fabian Wegmann (Team Stölting Service Group). Nur zu gern würde der 36-jährige Münsteraner auf seinen alten Tagen bei seinem Heimspiel um den Sieg mitfahren – realistisch ist das eher nicht. Aber: „Jens Voigt hat mal gesagt, man muss manchmal auf sein Glück einprügeln. Das werde ich tun.“ So wie 2011: Damals wurde Wegmann immerhin Sechster.

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