DJK-Hallenturnierserie Nur im Doppelpack

Greven -

Zu den Hallenturnieren der DJK gehört nicht nur die Rund-um-Bande selbstverständlich hinzu. Auch ohne diese beiden Männer wären die Turniere wohl nicht das, was Teilnehmer und Zuschauer an ihnen so schätzen. Ein Gespräch mit den beiden Grevener Kult-Schiris Josef Dömer und Dieter Froning.

Von Stefan Bamberg
Klare Ansage: Josef Dömer gibt in dieser Szene die Richtung vor, Kollege Dieter Froning (r.) steht ihm zur Seite.
Klare Ansage: Josef Dömer gibt in dieser Szene die Richtung vor, Kollege Dieter Froning (r.) steht ihm zur Seite. Foto: Stefan Bamberg

Im Grunde gibt’s heute nix zu meckern. „Zweimal Gelb“, berichtet Dieter Froning. „Alles sehr fair.“ Fünf Meter weiter unten ist offenbar ein kleines Missverständnis entstanden, Kollege Josef Dömer muss mal kurz seinen strengsten Blick aufsetzen. „Eins…zwei…drei…vier“, hat er gerade noch vorgezählt. Und als Gelmers Spieler dann immer noch klüngelte, eben Freistoß für den Gegner gepfiffen. Die Vier-Sekunden-Regel sei kein Vorschlag, so seine klare Mitteilung. Im Vorbeigehen bittet ein Trainer um ein bisschen Regeneration vor dem Match um Platz drei: „Klar!“, ruft Dömer ihm zu. „Fünf Minuten Pause stehen Euch zu.“

Die können auch die beiden Schiris gut gebrauchen. Es ist gleich 21 Uhr, so ein Sechs-Stunden-Hallenturnier ist anstrengend. Auch für zwei alte Hasen. Seit rund 25 Jahren pfeifen Froning und Dömer hier die Spiele – wie lange genau, haben sie sich nicht gemerkt. Dass die beiden Reckenfelder zwischen den Jahren in der Emshalle aber längst zum Inventar gehören, darüber gibt es keine zwei Meinungen.

Über drei Jahrzehnte griffen sie dabei für den SC Reckenfeld zur Pfeife, relativ plötzlich war Schluss damit: Als der SCR 2015 in den Fußballkreis Steinfurt wechselte, wechselten Froning und Dömer nicht mit, sondern lieber zur DJK. „Nach 35 Jahren im Kreis Münster kenne ich jeden Platz, jede Dusche, jede Toilette“, sagt Dömer. „Da hab ich doch keinen Bock, von einem auf den anderen Tag plötzlich nach Lau-Brechte zu gurken.“

Man zuckt im ersten Moment zusammen bei so viel Ehrlichkeit – doch lechzen wir Fußballfans nicht immer nach Typen, die auch mal einen raushauen? Und wer bitteschön kann sich das erlauben, wenn nicht diese beiden? Nach 35 respektive 38 Jahren als Unparteiische?

Froning und Dömer sind Verfechter der verbindlichen Ansagen – hart, aber fair. Sie haben auf und neben dem Platzm auch mal Zeit für einen Plausch. Sportskameraden der alten Schule eben. Genau das hat ihnen Kultstatus beschert. „Im ersten Spiel des Tages setzt Du die Duftmarke“, erklärt Froning. „Da sehen die Spieler, was sie sich rausnehmen können.“

Ein einziges Mal ist es in all den Jahren zur Eskalation gekommen: „Anfang der 2000er, Greven 09 gegen Vorwärts Gronau“, erinnert sich Dömer. „Eine Riesenschlägerei, das ging vor die Kreisspruchkammer.“ Ansonsten aber: wenig Wildes. „Die meisten Sportler können sich benehmen“, konstatiert das Duo einhellig. Eltern seien mitunter bekloppter: „Bei einigen von denen schüttelst Du echt mit dem Kopf“, winkt Dömer ab. „Dauernd musst Du welche von der Bande verscheuchen.“

Den Spaß an der Schiedsrichterei freilich kann ihnen das nicht nehmen: Froning pfeift nur noch in der Halle, Dömer noch bis zur Kreisliga B. Fürwahr haben sie dabei nicht jeden Trend mitgemacht. Futsal zum Beispiel – was haltet Ihr davon, Männer? „Gar nichts“, meint Dömer. „Die Bande ist in der Halle doch das Salz in der Suppe.“

Offenbar gibt es nach wie vor genug Mannschaften, die das genauso sehen. „Toll, dass Ihr auch wieder da seid“ – das sagen die beiden Schiris Jahr für Jahr zu den Teams, das sagen aber auch die Teams zu den Referees. Dömer und Froning gefällt hier genau das. „Diese familiäre Atmosphäre bei der DJK“, finden sie, „das ist schon was Besonderes.“

Dass sie ihren Job als Spielleiter ehrenamtlich machen, ist für sie selbstverständlich. Denn Schiedsrichter sein – das ist für beide ein Stück weit Ehrensache. Nicht nur, aber auch die Pfeife hat sie zu Kumpels fürs Leben gemacht, im Sommer fahren sie zusammen E-Bike: „Der Josef ist einfach ein Freund“, sagt Froning. Solange es gesundheitlich klappt, wollen sie am Start sein. Hauptsache zusammen, sagt Josef Dömer: „Dieter und mich – uns gibt’s nur im Doppelpack.“

Zum Thema

Die Hallenturnierserie der DJK wird an diesem Samstag und Sonntag fortgesetzt mit den U13- und U17-Juniorinnen (Samstag) sowie den U11- und D1-Junioren.

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