Boxen: Neues Sportangebot beim SC Reckenfeld Klein gegen Groß

Reckenfeld -

Beim SC Reckenfeld fliegen neuerdings die Fäuste – auf ganze faire und sportliche Weise.

Von Heidrun Riese
In jeder Trainingseinheit gibt es einen Abschnitt, in dem jeder Vater etwas mit seinem Kind macht – zum Beispiel Pratzen, die Arbeit mit dem Schlagpolster.
In jeder Trainingseinheit gibt es einen Abschnitt, in dem jeder Vater etwas mit seinem Kind macht – zum Beispiel Pratzen, die Arbeit mit dem Schlagpolster. Foto: Heidrun Riese

Beim SC Reckenfeld gibt es neuerdings eine Breitensportgruppe , die sich dem Boxen verschrieben hat. Sonntagvormittags treffen sich die Teilnehmer für zwei Stunden in der kleinen Sporthalle in der Ortsmitte. Es sind Männer zwischen 30 und 40 Jahren – und sie kommen nicht allein. Ihr Nachwuchs ist immer mit von der Partie.

Gemeinsam machen Väter und Kinder in der ehrenamtlich von Wladimir Zielke , Nikolaj Laudenschläger und Alexander Kreiser geleiteten Gruppe Sport. Alle drei sind lizenzierte Trainer, in ganz unterschiedlichen Bereichen: Kreiser ist spezialisiert auf Vollkontakt-Karate, Laudenschläger kennt sich mit Boxen aus, und Zielke hat mit Crossfit, Kickboxen, Selbstverteidigung und Nahkampf sogar mehrere Fachgebiete.

Drei Trainer – jede Menge Know How

Seit gut sechs Monaten trainiert die von Laudenschläger gegründete Gruppe in Reckenfeld, aber es gibt sie schon länger. Zuvor wurde etwa ein Jahr lang ein Raum in der Turnvilla des TV Emsdetten genutzt. „Weil wir immer mehr wurden, war der irgendwann zu klein“, sagt Zielke. Der SCR empfing die boxenden Väter und ihre sportbegeisterten Kinder mit offenen Armen. Das Interesse ist so groß, dass die Gruppe schon wieder voll ist. Deshalb wird bereits an einer zweiten Hallenzeit gearbeitet.

In der kleinen Sporthalle in der Ortsmitte hängen keine Boxsäcke von der Decke. Es gibt auch keinen Boxring, in dem Kämpfe ausgetragen werden könnten. Aber darum geht es den SCR-Boxern auch gar nicht. Für sie zählt in erster Linie der Fitness-Aspekt der schweißtreibenden Sportart. Ein wichtiges Anliegen ist Zielke dabei, dass die Väter ihrem Nachwuchs eine aktive Lebensweise vorleben. „Für jedes Kind sind nunmal die Eltern das wichtigste Vorbild“, betont er. Der Zusammenhalt spielt ebenfalls eine große Rolle, deshalb organisiert Zielke auch gemeinsame Aktionen außerhalb der Trainingszeiten.

Elten leben aktive Lebensweise vor

Und wie sieht so ein Boxtraining mit Vätern und Kindern aus? Zum Beispiel so: Los geht es, wie immer, mit einem Begrüßungskreis. Zum Aufwärmen werden dann erstmal ein paar Runden durch die Halle gedreht. Damit es nicht langweilig wird, werden spielerische Elemente eingebaut. Huckepack, Schubkarre, Purzelbaum und Co. sind anstrengend, halten aber sowohl die kleinen als auch die großen Teilnehmer bei Laune. Die stellen sich zum Dehnen wieder in einem Kreis auf. Anschließend geht es um Grund- und Schlagtechniken im Boxen.

Väter boxen – Kinder toben

„Es gibt auch immer einen Abschnitt, in dem jeder Vater etwas mit seinem Kind macht“, erläutert Zielke. Das kann etwa das Pratzen sein, die Arbeit mit dem Schlagpolster. In dieser Disziplin sind die Erwachsenen aber üblicherweise unter sich. Genau wie beim Sparring, dem Zweikampf-Training. Während die Väter boxen, toben sich die Kinder in einem Turnbereich aus. Nach einem kurzen Fußballspiel, bei dem Eltern und Nachwuchs gemeinsam gegen den Ball treten, steht für die Väter noch das „Workout of the day“ auf dem Programm. „Wir tun damit etwas für die allgemeine Körperfitness und nutzen dazu unser eigenes Körpergewicht“, erklärt Zielke, wie die Übungen funktionieren. Das Programm hat es in sich. Ein Beispiel: 100 Liegestütze, 100 Situps und 100 Kniebeugen - und das möglichst in weniger als zehn Minuten. Nach diesem schweißtreibenden Abschluss freuen sich alle auf die erfrischende Dusche, aber auch schon auf den nächsten Sonntag - wenn sie die Fäuste wieder fliegen lassen können.

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