Fußball: Kreisliga A Steinfurt Die sogenannte Defensive des SC Reckenfeld

reckenfeld -

Vittorio Taurino ist ein Freund des guten, alten Mannschaftskreises. Und so verharrten sie nach dem Abpfiff auf dem Rasen, der SCR-Trainer und seine Schützlinge, die relativ sparsam aus der Wäsche guckten. Taurino gestikulierte, seine Mannen zogen ein Was-war-das-denn-Gesicht – der letzte Eindruck eines gänzlich spaßbefreiten Fußball-Sonntags an der Emsdettener Landstraße.

Von Stefan Bamberg
Ein Auftritt, der betroffen machte: Taner Gezer (in weiß) und sein SCR verloren mit 1:4 gegen Emsdetten.
Ein Auftritt, der betroffen machte: Taner Gezer (in weiß) und sein SCR verloren mit 1:4 gegen Emsdetten. Foto: Stefan Bamberg

Das kurze Reckenfelder Zwischenhoch, es ist nach der gestrigen 1:4-Packung gegen Borussia Emsdetten II nach nur zwei Wochen schon wieder Geschichte. „Das war gar nix, das war einfach peinlich“, motzte der Coach.

Selbst ein durchschnittlich begabter Gegner schaffte es, den SCR so richtig schlecht aussehen zu lassen: Der Angriff agierte behäbig. Und hinten? Sah es – ehrlich gesagt – so aus, als würden sie das gar nicht trainieren. Entsetzlich. „Ich weiß auch nicht, warum plötzlich Spieler auf Positionen standen, auf denen sie eigentlich gar nichts zu suchen haben“, rätselte Taurino . Erstmals hechelten die Gastgeber nach 14 Minuten hinterher: Ein Ballverlust im Mittelfeld – das reichte schon für den totalen Ausnahmezustand in der SCR-Abwehr: Emsdettens Thomas Hilmer mit unendlich viel Zeit und Raum – und mit dem 0:1.

Dann, eine halbe Stunde war vorüber, tatsächlich ein schwarz-weißes Lebenszeichen: Ein einziges Mal ging‘s fix, Amjad Abu-Hamid trat beherzt an, legte präzise in die Mitte, Jarmo Schnell vollstreckte – patsch, 1:1, so einfach hätte es öfter gehen können. Ging es danach aber nicht mehr: Das SCR-Spiel fortan mit dem Elan einer Lateinstunde, die Gäste überzeugten als sichere Anwender des kleinen Fußball-Einmaleins. Eine Kostprobe aus der 52. Minute: Halbfeld-Flanke, ein Innenverteidiger hält die Birne hin – 1:2. Keine Kunst, aber gegen diesen SCR allemal genug. Die Vorlage fürs dritte Borussen-Tor lieferte ein langer Ball (62.), das vierte resultierte aus einem zügigen Konter (75.) – gegen die sogenannte Reckenfelder Defensive saß jetzt jeder Schuss.

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