Fußball: Bundesliga Kein Sieger im Spitzenspiel zwischen Dortmund und Berlin

Dortmund -

Zwei Tore, zwei Rote Karten, zwei Punkte: Am Freitagabend wurde zum Auftakt des siebten Spieltags der Fußball-Bundesliga aber auch alles geteilt: Borussia Dortmund und Hertha BSC trennten sich 1:1.

Von Wilfried Sprenger
Dortmunds Julian Weigl (l.) im Blindflug – und weit am Ball vorbei. Gegenspieler Valentin Stocker traf später zur Berliner Führung und flog kurz vor Spielende mit Rot vom Platz.
Dortmunds Julian Weigl (l.) im Blindflug – und weit am Ball vorbei. Gegenspieler Valentin Stocker traf später zur Berliner Führung und flog kurz vor Spielende mit Rot vom Platz. Foto: dpa

Eine Halbzeit lang war das Spitzenspiel ziemlich langweilig, dann nahm die Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC doch noch Fahrt auf. 1:1 endete die am Ende hektische Begegnung am Freitagabend. Beide Teams gingen nicht in voller Mannschaftsstärke vom Platz. Beim BVB sah Emre Mor in der Schlussphase Rot, auf Berliner Seite sah Valentin Stocker den Karton.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte bei der Zusammenstellung seines Kaders eine harte Nuss zu knacken. Der Ausfall von sechs Spielern mit Startelf-Anspruch spülte den spanischen Liga-Debütanten Mikel Merino (20) ins Team, ein Plätzchen auf der Bank erhielt erstmals Talent Dzenis Burnic (18).

Dritter gegen Zweiter – auf der Verpackung stand Spitzenspiel, tatsächlich wurde die Partie gehobenen Ansprüchen nicht gerecht. Es war ein zähes Treiben auf dem Platz, ohne Raphael Guerreiro und Gonzalo Castro fehlten dem BVB in der Zentrale die treibenden Kräfte. Julian Weigl und Sebastian Rode machten das Spiel breit, nach vorn gaben sie keine Impulse.

Allerdings fehlte es auch an wirklicher Unterstützung durch die blassen Offensivkräfte. An Mario Götze lief das Spiel in der ersten Halbzeit nahezu komplett vorbei, auch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang fand nicht statt. Auf den Flügeln mühten sich Emre Mor und Christian Pulisic um ein bisschen Gefahr. Im Ernstfall trafen die Jungprofis jedoch die falschen Entscheidungen. Beide waren auch an der einzigen ernsthaften Chance (7.) der Dortmunder vor der Pause beteiligt. Nach Flanke von Pulisic brachte Mor den Ball jedoch nicht unter Kontrolle. Und Hertha? Stand gut in den Viererketten, hatte durch Alexander Esswein aber auch nur einen nennenswerten Torschuss (14.). Ach, Fouls gegen den BVB waren zuletzt ja ein großes Thema. Bilanz zur Halbzeit: Berlin zehn, Dortmund sieben.

Keine Wechsel in der Halbzeit, Tuchel und Kollege Pal Dardai ließen ihre Bankspieler schmoren. Mor hatte direkt eine feine Szene, doch Vesad Ibisevic setzte noch einen drauf: Per Hacke bediente er Valentin Stocker, der Schweizer behielt die Nerven und überwand Landsmann Roman Bürki ganz cool zum 0:1 (51.). Ein Schock für Schwarz-Gelb.

Tuchel reagierte auf den Rückstand und brachte nach einer Stunde Ousmane Dembele und Shinji Kagawa für die enttäuschenden Sebastian Rode und Mario Götze. Der BVB-Coach gab eine Position im defensiven Mittelfeld auf und setzte auf totale Offensive. Dortmund rannte nun an. Ohne Panik, aber mit Plan. Herthas Defensive war gefordert. Abwehrchef Brooks rettete gegen Aubameyang (62.), kurz darauf stand dem Gabuner nur das Aluminium-Gestänge im Wege. Aubameyang bekam seine dritte Chance. Nach einem Handspiel von Genki Haraguchi im Strafraum scheiterte der 27-Jährige mit einem Elfmeter (76.) an Rune Jarstein. Und dann? Aubameyang zum Vierten. Diesmal erfolgreich, 1:1 (80.) nach Vorarbeit von Dembele. Es wurde hektisch auf der Zielgeraden dieser Partie. Langkamp klammerte übel gegen Mor, der Türke schubste und flog runter mit Rot – vom Unparteiischen möglicherweise im Sinne des Regelwerks entschieden, aber ohne Fingerspitzengefühl. Wenig später sah auch der Berliner Stocker nach Foul an Ginter den Ausschluss-Karton. Es war das 21. Foul der Gäste anm diesem Abend.

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