Fußball: Champions League Mario Götze beim BVB wieder mittendrin

Dortmund -

Der verlorene Sohn ist zurück. Drei Jahre nach seinem Wechsel zum FC Bayern bestreitet Rückkehrer Mario Götze wieder ein Champions-League-Heimspiel für Borussia Dortmund. Am Dienstagabend trifft er mit dem BVB auf Titelverteidiger Real Madrid.

Von Wilfried Sprenger
Platz in der Mitte: Mario Götze neben Matthias Ginter (links) und Lukasz Piszczek. Beim 3:1-Erfolg im Bundesligaspiel gegen Freiburg zeigte sich der Rückkehrer erstmals auf eigenem Platz.
Platz in der Mitte: Mario Götze neben Matthias Ginter (links) und Lukasz Piszczek. Beim 3:1-Erfolg im Bundesligaspiel gegen Freiburg zeigte sich der Rückkehrer erstmals auf eigenem Platz. Foto: dpa

Dinge wiederholen sich. Mario Götze wird sich sehr genau an den 24. April 2013 erinnern. An diesem Mittwochabend schrieb Borussia Dortmund ein Stück Champions-League-Geschichte. Mit 4:1 fegte der BVB im Halbfinal-Hinspiel das große Real Madrid von der Wiese. Robert Lewandowski war als vierfacher Torschütze der Star dieses rauschenden Fußball-Festes. Und Götze? Er, der lange Vorbild, Hoffnung und Zukunft der Schwarz-Gelben verkörperte und wie kein anderer für den Slogan „Echte Liebe“ stehen sollte, wurde als Verräter, Söldner und Judas beschimpft. Vor den Toren der riesigen Arena verbrannte ein Fan sogar das Trikot mit dem Schriftzug des 20-Jährigen. Andere hatten seinen Namen ge­strichen oder geschwärzt. Am Tag vor der Partie gegen die „Königlichen“ war der Wechsel Götzes zum FC Bayern öffentlich geworden. Wer die Nachricht streute, ist bis heute nicht bekannt.

Nun ist Götze zurück. Und wieder Real Madrid der Gegner. Diesmal im ersten Gruppen-Heimspiel (Dienstag, 20.45 Uhr) der kontinentalen Königsklasse. Beim 3:1 über den SC Freiburg am vergangenen Freitag stellte sich der junge Mann erstmals nach seiner Rückkehr dem eigenen Publikum. Es gab ein bisschen Gegenwind aus der Ultra-Szene, in der ewig Gestrige noch immer der Meinung sind, Götze habe die große Liebe verraten. Doch die breite Masse hieß den Rückkehrer willkommen. Ein Sieg der Vernunft. Geschuldet vielleicht auch der Erinnerung an eigene „Jugendsünden“. Wie gesagt: Mario Götze war 20, zwar volljährig, aber immer noch ein milchgesichtiger Bengel, als er den BVB, den er wenige Tage zuvor als „Verein meines Herzens“ bezeichnet hatte, verließ. Er hat eine zweite Chance verdient.

Götze hat Klasse am Ball

Und Dortmund kann ihn brauchen, auch wenn er nicht mehr als Identifikationsfigur taugt. Götze hat Klasse am Ball, ist fix in den ganz engen Räumen und legt Bälle auf Mitspieler schnörkellos ab. Beim 6:0 in Warschau zum Auftakt der aktuellen Champions-League-Runde erzielte er das 1:0.

Ohne dem polnischen Spitzenclub auf die Füße treten zu wollen: Legia ist im Konzert der Großen nicht mehr als Laufkundschaft. Real Madrid, der Titelverteidiger in der Champions League, bringt da eine ganz andere Qualität auf die Wiese und zählt neben dem FC Barcelona, Manchester City, Bayern München und vielleicht noch Juventus Turin zu den Top-Favoriten auf den Gewinn des „Henkelpotts“.

„Wir haben noch viel vor“

Die europäische Königsklasse ist auch für Mario Götze eine ganz besondere Herausforderung. Er ist zwar schon Weltmeister, aber im Finale der Champions League stand er noch nie. 2013 beim 1:2 gegen seinen späteren neuen Arbeitgeber Bayern München fehlte er verletzt. Nun ist er wieder mittendrin. Gestern sagte Götze kess: „Wir haben noch viel vor, auch in der Champions League.“

► Die zuletzt angeschlagenen Dortmunder Marc Bartra, Andre Schürrle und Pierre-Emerick Aubameyang absolvierten gestern das Abschlusstraining offenbar ohne nennenswerte Probleme.

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