Fußball: Bundesliga Ein Arbeitssieg für den BVB

Dortmund -

Kein Schützenfest, aber ein Sieg: Mit 3:1 bezwang Borussia Dortmund am Freitag den SC Freiburg.

Von Wilfried Sprenger
Hielten sich diesmal zurück, was das Toreschießen angeht: (von links) Emre Mor, Gonzalo Castro, Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek und Julian Weigl. Trotzdem feierte der BVB gegen Freiburg einen verdienten 3:1-Erfolg.
Hielten sich diesmal zurück, was das Toreschießen angeht: (von links) Emre Mor, Gonzalo Castro, Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek und Julian Weigl. Trotzdem feierte der BVB gegen Freiburg einen verdienten 3:1-Erfolg. Foto: dpa

Auch in Dortmund ist nicht jeden Tag Schützenfest, aber für jeden Sieg gibt es drei Punkte. 3:1 besiegte der BVB gestern Abend den SC Freiburg zum Auftakt des fünften Spieltages der Bundesliga. Es war ein Erfolg ohne großen Glanz, verdient allemal.

Keine große Rotation, diesmal nur ein kleiner Eingriff ins System: 72 Stunden nach dem Tor-Spektakel in Wolfsburg (5:1) und vier Tage vor dem Champions-League-Knüller gegen Real Madrid änderte BVB-Trainer Thomas Tuchel seine Elf nur auf zwei Positionen. Für Raphael Guerreiro und Christian Pulisic rückten Gonzalo Castro und Emre Mor in die Startformation. Und: Erstmals nach seiner Rückkehr aus München zeigte sich Mario Götze dem eigenen Pu­blikum. Kaum Pfiffe, sogar Applaus – der 24-Jährige ist wieder willkommen im Revier.

Partystimmung in Dortmund nach drei Kantersiegen, doch auf der Wiese tat sich die Mannschaft einige Zeit schwer. Freiburg lief hoch an, war bissig und couragiert. Der BVB kam nicht in die Schnittstellen, es fehlten zunächst Leichtigkeit, Tempo und Präzision. Mor gefiel mit einigen Dribblings und einem Schuss an die Querstange (23.). Fünf Minuten zuvor war der Ball nach einem Heber von Pierre-Emerick Aubameyang knapp am Gestänge vorbei gerauscht.

Das war zäh, das war mühsam und mitunter auch hektisch. Tuchel und Kollege Christian Streich redeten pausenlos auf den Vierten Offiziellen ein, Sascha Thielert wurde nicht langweilig, weil Schiedsrichter Christian Dingert mitunter mit zweierlei Maß urteilte. Die einzige Verwarnung vor der Halbzeit erhielt Ousmane Dembélé. Der junge Franzose hatte Glück, dass Dingert nach hämischem Beifall des Spielers nicht noch das zweite Kärtchen zog. Dembélé blieb auf dem Platz und bereitete mit feinem Querpass das 1:0 durch Aubameyang (45.) vor. Und Götze? Der Nationalspieler fiel nicht auf.

Zur Pause führte Tuchel ein Einzelgespräch mit dem überhitzten Dembélé. Ein Dialog mit Götze ist nicht überliefert, doch der Comebacker handelte fortan mit viel Elan. Dortmund wollte das 2:0 und bekam es: Lukasz Piszczek (53.) staubte nach einem Castro-Schuss, den Freiburgs Keeper Alexander Schwolow noch parierte, ab. Komfortable Führung, Ruhe für den BVB? Nein, da machten die Gäste nicht mit. Als Matthias Ginter patzte, hatte Maximilian Philipp freie Bahn und erzielte den Anschluss (60.).

Das wurde nun eine kleine Zitterpartie für den Favoriten, weil der erhoffte Gegenschlag nicht gelang und die mutigen Breisgauer im Spiel blieben. Für die Entscheidung sorgte letztlich Guerreiro (90.+1). Dortmund hatte zu kämpfen an diesem Abend und gewann nach euphorischen Tagen die Erkenntnis, dass nicht jeden Tag Schützenfest ist.

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