Fußball: 3. Liga Namensvetter-Duo Rühle/Warschewski mischt Preußen-Sturm auf

Münster -

Das eigentliche Sturmduo der Preußen bilden Adriano Grimaldi und Jesse Weißenfels. In der zweiten Hälfte gegen Wiesbaden aber zeigten die Namensvetter Tobias Warschewski und Tobias Rühle ihre Klasse.

Von Thomas Rellmann
Tobias Warschewski (links), hier im Duell mit Niklas Dams, machte wieder ein gutes Spiel.
Tobias Warschewski (links), hier im Duell mit Niklas Dams, machte wieder ein gutes Spiel. Foto: Peter Leßmann

Bei allen Sorgen, Problemen und Baustellen, die der SCP in dieser Saison offenbart – im Sturm scheint dieser Kader auch im Drittliga-Vergleich gut bestückt. In den ersten Wochen bewiesen Adriano Grimaldi und Jesse Weißenfels mehrfach ihre Klasse. Und nun, da der eine verletzt und der andere angeschlagen ist, springen eben zwei andere in die Bresche. Das Namensvetter-Duo hatte den größten Anteil daran, dass Münster den Punkt gegen Wiesbaden rettete. Tobias Rühle und der zur Pause für den offensichtlich nicht ganz fitten Weißenfels eingewechselte Tobias Warschewski zeigten, dass die Preußen im Angriff gut aufgestellt sind.

Der Youngster, der sechs Tage zuvor gegen die SpVgg Erkenschwick im Westfalenpokal (7:0) drei Mal getroffen hatte, schlüpfte diesmal in die Jokerrolle. „Es war ein schönes Gefühl, das Tor zu machen“, so der 18-Jährige, dem nach einem Freistoß von Michele Rizzi der Ball vor die Füße fiel. Es folgte eine Annahme, ein Schritt nach rechts – und der unglaublich entschlossene Abschluss aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 1:1. „Cihan Tasdelen hat mir gesagt, ich solle vorne agieren, den Abschluss suchen. Das hat geklappt“, sagte Warschewski, der auch ansonsten gut integriert war. „Ich habe versucht, den Körper reinzustellen, den Ball abzuschirmen, Aktionen zu finden. Das ist mir gelungen. Und dass wir den Punkt mitgenommen haben nach zwei Rückständen, zeigt, dass alle gut gekämpft haben. Es hätten ja sogar drei Zähler sein können.“ Das Publikum feierte den A-Junior bereits: „Warschewski – ohoooo!“

Nach schwierigem Einstand machte Rühle nun sein bestes Saisonspiel. Er rackerte unermüdlich, setzte seine Nebenleute ein – und holte den Elfmeter zum 2:2 raus. War das einer? „Ich mache es clever, falle gut. Vielleicht lag es auch an meiner körperlichen Statur, dass gepfiffen wurde. Also eher Elfmeter, ich hätte ihn auch gegeben“, sagte der 25-Jährige. Na ja, etwas glücklich war die Entscheidung schon. Aber sie bestätigte letztlich den kleinen Aufwärtstrend des Angreifers. „So ein Spiel wie in Aalen wollte ich nicht noch mal erleben. Diesmal war es schon besser. Ich hoffe, ich kann mich in den nächsten Wochen noch öfter zeigen“.“

Spannend wird es allemal, wenn Grimaldi und Weißenfels sich wieder zurückmelden. Die Alternativen haben sich positioniert. Doch Egoismen sind derzeit ohnehin nicht gefragt. Es geht um Punkte für den Liga-Verbleib. Das hat auch Rühle erkannt: „Vor dem Spiel wäre uns ein Unentschieden zu wenig gewesen. Aber wir haben Moral bewiesen, etwas Glück gehabt, zum Beispiel als Max Schulze Niehues uns im Spiel gehalten und das 1:3 verhindert hat. Die Wiesbadener Tore waren Stiche ins Herz. Aber wir haben uns zurückgekämpft.“ Was für ihn selbst aktuell auch gilt.

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