Fußball: 3. Liga Sieben Preußen-Treffer gegen den Frust

Münster -

Preußen Münster steht im Achtelfinale des Westfalenpokals. Der Fußball-Drittligist nahm wie erwartet die Hürde gegen Oberligist Spielvereinigung Erkenschwick ohne größere Probleme beim 7:0 (2:0)-Heimsieg vor 1691 Zuschauern. Weitere vier Siege fehlen nun noch zum Pokalsieg und der Qualifikation für die 1. Hauptrunde, nächster Gegner ist dabei Oberligist SuS Neuenkirchen.

Von Alexander Heflik
Neue Namen für den Neustart: Dreifach-Torschütze Tobias Warschewski (l.) und Lennart Stoll trafen für den SC Preußen. Interimstrainer Cihan Tasdelen (kl. Foto) durfte zufrieden sein mit seinem Debüt an der Seitenlinie.
Neue Namen für den Neustart: Dreifach-Torschütze Tobias Warschewski (l.) und Lennart Stoll trafen für den SC Preußen. Interimstrainer Cihan Tasdelen (kl. Foto) durfte zufrieden sein mit seinem Debüt an der Seitenlinie. Foto: Jürgen Peperhowe

Natürlich war mit diesem Sieg zu rechnen gewesen, aber in der aktuellen Situation war das nicht zu 100 Prozent als Sicherheit anzunehmen. Denn der SCP ist aktuell ein angeknockter Boxer, kampfbereit, aber mit wackligen Beinen. Doch am Ende des Sonntags, als die 2. Runde im Westfalenpokals gespielt war, hatte Preußen Münster die Pflicht gegen Oberligist Spielvereinigung Erkenschwick mit 7:0 (2:0) erfüllt. Vier Siege noch, dann hätte der SCP den Krombacher-Pokal, wie der Westfalenpokal mittlerweile genannt wird, gewonnen und die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal sicher erreicht. Nächster Gegner ist Oberligist SuS Neuenkirchen nach dem 5:0-Erfolg bei Bezirksligist SF Wanne.

„Da müssen wir weitermachen. Die Woche bestand aus Aufbauarbeit. Jetzt können wir den Sieg genießen, die Spieler sind wirklich erleichtert“, befand Übergangs­coach Cihan Tasdelen. Auch der dreifache Torschütze Tobias Warschewski war glücklich: „Es war ein schönes Gefühl, jetzt auch mal für die erste Mannschaft zu treffen“. In der U-19-Bundesliga war er in dieser Saison bereits in einer Partie vierfach erfolgreich, in der 3. Liga fehlt ein Erfolgserlebnis, im Westfalenpokal deutete er seine Gefährlichkeit nun an. Aber auch Abwehrspieler Sebastian Mai als zweifacher Torschütze war erleichtert: „Das war eine schwierige und emotionale Woche für uns. Jedes Spiel ist in dieser Phase wichtig, wir haben gewonnen, keinen Treffer kassiert, am Ende etwas den Frust von der Seele geschossen.“

Kapitän Rizzi auf der Bank

Interimstrainer Tasdelen, der am Dienstag die Nachfolge des beurlaubten Horst Steffen angetreten hatte, experimentierte kaum. Überraschend war nur, dass Kapitän Michele Rizzi auf der Bank saß. „Er hat das professionell angenommen, in der Meisterschaft könnte meine Entscheidung ganz anders ausfallen“, sagte Tadelen. Die Binde des Spielführers trug erstmals Torwart Max Schulze Niehues. Bei den Preußen musste vor allem das Offensiv-Doppelpack Adriano Grimaldi und Jesse Weißenfels ersetzt werden, Tasdelen baute auf den doppelten Tobias: Rühle und Warschewski starteten.

Und der SCP bestimmte weitestgehend die Partie, hatte viele, viel Chancen, ließ viele, viele Angriffe aber auch verpuffen. Das einzige, was fehlte, war der letzte Punch in der Offensive. Die Gäste hatten zwei Chancen durch Ivan Benkovic und Eugene Ofusu-Ayeh (15.), die jeweils Schulze Niehues vereitelte. Aber die Preußen hatten deutlich mehr vom Spiel, doch es dauerte bis zur 34. Minute, ehe Sebastian Mai nach einer Ecke von Sinan Tekerci zum 1:0 einköpfte. Der Innenverteidiger war einer der auffälligsten Spieler vor dem Wechsel. Neun Minuten später schloss der SCP mit dem 2:0 praktisch die Akte der 2. Pokalrunde, als nach einer Flanke von Amaury Bischoff der Ball von Warschewski eingeköpft wurde.

Kurzer Prozeß nach dem Wechsel

Nach der Pause schaute sich der SCP alles mal für zehn Minuten in Ruhe an, dann war Warschewski erneut zur Stelle und markierte nach 58 Minuten das 3:0. Schon jetzt war das eine bessere und souveräne Vorstellung als beim 2:1-Sieg in der ersten Runde in Vreden. Nach gut einer Stunde legte Sebastian Mai mit dem 4:0 nach. Am Ende ging es flott, weil Warschewski und der eingewechselte Lennart Stoll auf 6:0 erhöhten, ehe Edisson Jordanov für den Schlusspunkt sorgte. Ein verschossener Elfmeter von Bischoff fiel nicht mehr ins Gewicht.

Münster: S chulze Niehues - Mangafic, Kittner, Mai, Tritz - Tekerci (67. Stoll), Braun, Bischoff (81. Wiebe), Kara - Rühle (67. Jordanov), Warschewski. – Tore: 1:0 Mai (34., Ecke Tekerci), 2:0 Warschewski (43., Flanke Bischoff), 3:0 Warschewski (58.), 4:0 Mai (66., Pass von Rühle), 5:0 Warschewski (79.), 6:0 Stoll (80. Pass von Kara), 7:0 Jordanov (85., Vorarbeit Stoll). - Zuschauer: 1691. Beste Spieler: Mai, Warschewski

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4360871?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F