Fußball: 3. Liga Preußen-Coach Tasdelen bastelt an Startelf

Münster -

Drei Trainingseinheiten unter Cihan Tasdelen sind absolviert, am Sonntag steht das schwere Westfalenpokalspiel gegen die Spielvereinigung Erkenschwick auf dem Programm. Aber auch abseits des Feldes ist Bewegung drin bei den Preußen.

Von Alexander Heflik
Alle hören auf sein Kommando: Cihan Tasdelen (roter Pullover).
Alle hören auf sein Kommando: Cihan Tasdelen (roter Pullover). Foto: Jürgen Peperhowe

Drei Trainings­einheiten liegen hinter den Fußballern des SC Preußen Münster , die von Interimstrainer Cihan Tas­delen geleitet wurden. „Noch zwei weitere, dann geht es in ein ex­trem wichtiges Spiel für den Verein“, sagt der 41 Jahre alte Nachfolger von Horst Steffen . Am Sonntag erwartet der SC Preußen die Spielvereinigung Erkenschwick in der zweiten Runde des Westfalenpokals um 15 Uhr im eigenen Stadion.

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Das ist ein extrem wichtiges Spiel für den Verein.

Preußens Interimstrainer Cihan Tasdelen vor der Westfalenpokal-Partie gegen Erkenschwick am Sonntag im eigenen Stadion

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Extrem wichtiges Spiel gegen einen Oberligisten? Was normalerweise, bei allem Respekt vor der Leistungsfähigkeit des Tabellenvorletzten aus Erkenschwick (zuletzt 0:5 bei Westfalia Rhynern), eine Pflichtaufgabe sein sollte, jazzt sich zu einer Herkulesaufgabe für die zittrigen Preußen im Spiel eins nach Steffen hoch.

Fragen über Fragen

Wie wird sich das Team präsentieren? Wie stellt Tasdelen auf? Gibt es ein Comeback des praktisch ausgemusterten Cihan Özkara? Wie geht das Team mit der Gesamtlage im Verein um? Wer wird neuer Trainer?

Spielerauswahl lässt Tasdelen offen

Fragen über Fragen. Cihan Tasdelen wird wohl das Team am Sonntag betreuen, seine Spielerauswahl lässt er bis zuletzt offen: „Alle sind bemüht, alle ziehen mit. Wir gehen ein paar Grundlagen durch. Alles beginnt bei Null.“ Über den Gegner hat er sich informiert, bei allen sportlichen Krisensignalen sollte das Weiterkommen machbar sein. Fünf Siege im Westfalenpokal würden den Einzug in die erste Haupt­runde im DFB-Pokal be­deuten.

Personalkarussell

Fraglich ist aber, inwieweit das Personalkarussell in den Entscheidergremien die sportlichen Darbietungen negativ beeinflusst. Denn da steht ja fest, dass Präsident Georg Krimphove, Präsidiumsmitglied Mike Schmitz und Aufsichtsrats-Vorsitzender Thomas Bäumer zum Jahreswechsel gehen werden. Vielleicht auch früher. Denn Fabian Roberg, jüngst als Aufsichtsratsmitglied gewonnen, dürfte auf die Bäumer-Position durchstarten. Walther Seinsch, der Macher des Augsburger Bundesliga-Wunders und Stadionbaus, zudem mindestens in be­ratender Funktion tätig werden – Tendenz eher mehr. Auch Ex-Preußen-Profi Jochen Terhaar und Rechts­anwalt Frank Westermann gehören zum „Kernteam Seinsch“ – ob und welche Funktionen sie übernehmen, ist offen.

Was sich verdichtet, ist zu dem, dass Präsidiums­mitglied Siggi Höing (Marketing und Fans) weiter im Vorstand bleiben soll. An­dererseits ist wenig zu hören, wie der Arbeitszuschnitt von Sportvorstand Carsten Gockel sein könnte, der sowohl die sportliche Leitung wie auch die Geschäftsführung in Personalunion innehat.

Christoph Metzelder

Ein umgebauter Aufsichtsrat wird den etwaigen Umbau dann des Präsidiums steuern. Und in den Aufsichtsrat soll zukünftig wohl Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder einrücken, als eine Art Repräsentant. Metzelders Karriere begann beim SCP und führte zu ­Borussia Dortmund, Real Madrid und Schalke 04. Es wäre ein Marketing-Coup.

Trainer-Beurlaubung von Horst Steffen

Nachdem die Entscheider von morgen bereits gestern bei der Trainer-Beurlaubung von Horst Steffen mit eingebunden waren, dürfte die Frage des nächsten Preußen-Trainers zentrale Bedeutung für die „Neuen“ haben.

Mögliche Kandidaten

Wer wiederum die Kandidaten sein könnten? Die üblichen Verdächtigen waren bislang Benno Möhlmann (62), Karsten Baumann (46), Thomas Brdaric (41), Gino Lettieri (49) und Maik Walpurgis (42). Früh genannt, schnell verwelkt. . .

Allerdings genügt auch ein Blick auf die Trainergilde in Augsburg, dass auch andere Namen in Münster denkbar wären. Wie zum Beispiel Rainer Hörgl, der in der Ägide von Präsident Seinsch (2000 bis 2014) mit dem FCA in die 2. Bundesliga aufstieg. Oder Ernst Middendorp oder gar eine „große Lösung“ wie Jos Luhukay, der unlängst in Stuttgart zurücktrat – aber Augsburg 2011 in die Bundesliga führte.


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