Fußball: 3. Liga Harmlosigkeit pur: Preußen Münster ganz schwach

Aalen -

Keine Entwarnung für den SC Preußen Münster. Nach der 0:1-Auswärtsniederlage beim VfR Aalen befinden sich die Adlerträger in Seenot. Es war ein großer Rückschlag für den Fußball-Drittligisten, der nach dem 4:0-Kantersieg über Werder Bremen II auf eine Beruhigung der Lage gehofft hatte. Trainer Horst Steffen wirkte nach dem 0:1 ratlos.

Von Alexander Heflik
Die Entscheidung nach 16 Minuten: Alexandros Kartalis (links) dreht jubelnd ab. Den Preußen mit Torwart Max Schulze Niehues, Ole Kittner und Sebastian Mai bleibt nur Frust.
Die Entscheidung nach 16 Minuten: Alexandros Kartalis (links) dreht jubelnd ab. Den Preußen mit Torwart Max Schulze Niehues, Ole Kittner und Sebastian Mai bleibt nur Frust. Foto: Jürgen Peperhowe

Peter Vollmann, der in seiner mittlerweile langen Trainerkarriere auch zwei Mal den SC Preußen Münster betreute, sorgte für keine Überraschungen. Seine Mannschaft lief in der erwarteten Formation auf, bearbeitete von der ersten Sekunde den Gegner ohne wenn und aber, wartete geduldig auf die drei, vier Chancen, machte wenig Fehler, traf einmal, die Rote Karte für Steffen Kienle war ein kleiner Betriebsunfall. Fertig.

Das reichte zum 1:0 (1:0)-Heimerfolg über den SC Preußen Münster, der sich vor der Pause dermaßen ungeschickt und nicht ausreichend motiviert anstellte, dass es wehtat. Schlimmer noch: Die Konkurrenz freut sich auf den Gast aus Münster , fünf Spiele in der Fremde, 2:10-Tore, null Punkte - eine Horrorbilanz. Harmlosigkeit pur.

Auswärtsbilanz verheerend

Nicht nur die Bilanz ist für die Mannschaft und Trainerstab verheerend, der SCP richtet sich vielmehr ungemütlich im Keller der Liga ein. Denn die Preußen schicken ihren Anhang in dieser Saison auf eine düstere Reise. Nach zehn Spieltagen lässt sich das alles nicht mehr mit einem kurzen Formtief oder einer temporären Störung umschreiben. Am Samstag in der Scholz-Arena fehlte es der Elf von Trainer Horst Steffen an allen Ecken und Kanten, der 4:0-Heimerfolg über Werder Bremen II schien Jahre her, dabei war er erst vor einer Woche gelungen. Allenfalls die Innenverteidigung mit Ole Kittner und Sebastian Mai sowie Tormann Max Schulze Niehues entsprachen über 90 Minuten vernünftigem Drittliga-Niveau.

Niemand sollte sich vom Tabellenstand jetzt täuschen lassen, denn der VfR ist kein Spitzenteam mit einem Arsenal an spielerischen Finten, sondern agierte solide und sehr entschlossen, das genügte für diesen SCP.

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Die Story des Spiels ist schnell erzählt, Aalen scheiterte drei Mal an Schulze Niehues, traf aber nach 16 Minuten auch einmal ins Tor. Nach einem Fehlpass von Rizzi öffnete sich die rechte Abwehrseite der Preußen, Stephane Tritz agierte halbgar gegen Alexandros Kartalis, der sich dies nicht nehmen ließ und zum 1:0 traf. Münsters wütende Antworten blieben definitiv aus.

Steffen ratlos

„Wir haben nicht gut gespielt“, sagte Horst Steffen später. Und: „Die Bereitschaft war vor der Pause zu wenig vorhanden.“ Ob er eine Antwort hätte, warum der SCP in den Gastspielen so harmlos sei und noch nichts holen konnte in dieser Saison, er sagte nur: „Nein.“ Auch den Leistungseinbruch im Vergleich zum Werder-Spiel konnte er wenige Minuten nach Abpfiff nicht analysieren. Er setzte auch nicht an, die Leistung in irgendeiner Form schönreden zu wollen. Steffen wusste, es hatte nicht funktioniert.

0:1 in Aalen, da wäre unter normalen Umständen mehr drin gewesen. Doch die Chancen der Preußen waren keine richtigen, es war Schüsse von Michele Rizzi, oder ein geblockter Versuch von Sinan Tekerci oder ein guter Ballgewinn von Tobias Rühle, der dann kläglich zu Ende geführt wurde. Also nichts Nennenswertes. Der Freistoß von Amaury Bischoff Mitte der zweiten Halbzeit war noch der Höhepunkt aus preußischer Sicht.

Rot für Kienle

Den Gästen half einfach nichts, auch nicht die Rote Karte für Steffen Kienle (82.) nach einem Ellenbogenschlag auf die Nase von Benjamin Schwarz. Aalens Mentalität reichte dicke für die letzten zehn Minuten, Fäuste hoch, Deckung dicht, stabil bleiben. Die Alarmglocken läuten in Münster wieder ganz laut. In den nächsten Tagen stehen viele Gespräche beim SCP an, natürlich wird über die Spieler und den Trainer geredet. Betrachtet man die Leistung von der Ostalb, dann hat das Team dem Übungsleiter einen Bärendienst geleistet, vielleicht sogar hängengelassen. Ein schlechtes Signal.

►  Auch das noch: Keine Punkte, keine Tore, dazu wurden im Preußen-Fanblock mit Spielbeginn eine Reihe von Rauchtöpfen gezündet, die das Stadion für einige Minuten einnebelten. Die Partie wurde vier Minuten später angepfiffen, dem SCP droht eine weitere Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund DFB.

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