Fußball: 3. Liga Grimaldi sprengt die Fesseln bei den Preußen

Münster -

Nach drei Niederlagen in Folge und dem Absturz auf den letzten Rang der 3. Liga hat der SC Preußen Münster das Heimspiel gegen Werder Bremen mit 4:0 gewonnen. Adriano Grimaldi und Sinan Tekerci stellten den in dieser Höhe verdienten Sieg sicher, und sorgten für die Jobgarantie für Trainer Horst Steffen.

Von Alexander Heflik
Fußball: 3. Liga : Grimaldi sprengt die Fesseln bei den Preußen
Foto: Wilfried Hiegemann

Das war ein Lebenszeichen, auf das alle 5579 Zuschauer im Preußenstadion gewartet hatten - schließlich hatte sich kein einziger Gäste-Fans aus Bremen in den Gäste-Block verirrt. Mit 4:0 (1:0) gewann Fußball-Drittligist Preußen Münster gegen Werder Bremen und verabschiedete sich zunächst einmal vom letzten Platz. Adriano Grimaldi (12. und 49.) und Sinan Tekerci (52. und 76.) stellten den Endstand her. Trainer Horst Steffen dürfte zentnerschwere Last von den Schultern gefallen sein, seine Demission wäre wohl im Falle einer Niederlage am Wochenende noch erfolgt. So aber kann er durchatmen und durchaus darauf verweisen, dass er die Mannschaft in höchster Not in die Erfolgsspur zurückführen konnte. Dieses Schlüsselspiel war die Beute der Adlerträger.

„Kurz und schmerzlos, der Sieg war hochverdient. Münster war topmotiviert und hat das exzellent gemacht. Uns fehlte das Funkeln, Werder war nicht da“, sagte Bremens Coach Thomas Wolter. Und Münsters Coach Horst Steffen war die Erleichterung anzumerken: „Ich bin sehr, sehr glücklich, auch über die Art und Weise des Sieges. Nach dem 3:0 war ich beruhigter. Die Mannschaft hat ein gutes Gesicht gezeigt. Das war ein Anfang, ein erster Schritt. Wir können gerne in Aalen nachlegen.“

Fünf Umstellungen

Fünf Umstellungen probierte Trainer Steffen in dieser für ihn auch wegweisenden Partie. Das Abwehrzentrum wurde im Vergleich zur Frankfurter Niederlage mit Rückkehrer Sebastian Mai und Debütant Ole Kittner neu besetzt. Zudem rückte Rechtsverteidiger Stephane Tritz ins Teams. Bis auf Benjamin Schwarz war damit in der Verteidigung kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Aber auch im Mittelfeld wurde neu gemischt, weil nach Verletzung Amaury Bischoff und zudem Sinan Tekerci wieder in der Startformation zu finden waren.

Münster gegen Bremen war in der ersten Halbzeit eine einseitige Angelegenheit. Werders Chancen bis zur 45. Minute? Null. Dagegen spielten die Preußen recht erfrischend auf, weil alle Offensivkräfte mitmachten und bei Ballbesitz des Gegners ohne großes Federlesen geklärt wurde, was zu klären war. Nach 12 Minuten war das 1:0 bereits verdient. Der alle überragende Adriano Grimaldi gewann den Ball am Mittelkreis, initiierte dann eine schöne Passfolge mit seinen Teamkollegen und verwertete am Ende das letzte Zuspiel von Jesse Weißenfels zur Führung. Für Grimaldi war dies der vierte Treffer im vierten Spiel.

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Der SCP am Drücker

Und der SCP machte weiter. Ein Schuss von Kittner (23.) wurde von Michael Zetterer abgewehrt. Dann verpasste Mehmet Kara (29.) den Abschluss aus allerbester Position, sein Querpass dagegen brachte nichts ein. Der 32 Jahre alte Türke wurde mit seinem Einsatz im Übrigen zum Rekordspieler des SC Preußen Münster. Dieses war sein 289. Einsatz in einem Pflichtspiel (Meisterschaft, DFB-Pokal, Westfalenpokal) seit August 2007, er löste damit Abwehrspieler Karl-Heinz Krekeler ab, der vor allem in den 70er Jahre eine feste Größe beim SCP war. Kara sprühte, anders als am Mittwoch beim 1:4 in Frankfurt, vor Spiellaune. Dann fand Kara nach einem tollen Dribbling mit Tekerci (30.) die richtige Anspielstation - doch Tekerci vergab die Großchance der Hausherren.

Es war erneut Tekerci (36.), der nach einem Ballgewinn allein auf das Gäste-Tor zulief, aber nicht zum 2:0 vollenden konnte. Damit nicht genug: Zwei Minuten später wollte Tekerci nach einem Tackling von Jacobsen einen Elfmeter. Nichts da, meinte der schwache Schiedsrichter Michael Bacher. Münster hatte seine Chancen allerdings vor der Pause verpulvert, als Weißenfels (39.) nach Tekerci-Pass nicht traf. Münster hatte viel Qualität auf dem Rasen verschluddert. „Nur“ mit der hochverdienten 1:0-Führung ging es in die Pause. Es hätte deutlicher sein müssen. Aber es war vor allem eine ganz andere, ein viel besser Vorstellung der Adlerträger.

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Auch nach Wechsel stark

Nach dem Wechsel, da ließ sich der SCP dieses Mal nicht lange bitten. Die Steffen-Elf machte da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatte. Werder hatte keine Chance. Grimaldi (49.) erhöhte flugs auf 2:0, nachdem Tekerci und zuletzt Weißenfels das Tor vorbereitet hatten. Werder fiel jetzt fast auseinander. Drei Minuten später war Tekerci zur Stelle, weil Grimaldi zuvor im Zweikampf den Weg freigeräumt hatte. So ging das weiter, Münster dominierte, Werder wusste keine Antwort. Erst in der 55. Minute hatte Rafael Kazior eine Kopfballchance. Traurig für die Hausherren war nur, als Grimaldi von Jesper Verlaat rot-würdig gefoult wurde und mit einer Oberschenkel-Verletzung vom Platz musste.

Nach einer kurzen Durststrecke war erneut Tekerci im Stile von Arjen Robben zur Stelle und verwandelte aus zwölf Meter und halbrechter Position zum 4:0, Rizzi hatte die Vorarbeit geliefert. Die Gäste aus Bremen lagen nur in einer Kategorie vorn und führten bei den Eckbällen mit 7:0, ein Muster ohne Wert. Die Preußen hatten diese Partie gewuppt - und wie. Das gibt Hoffnung. Nächste Gegner ist am kommenden Samstag der Tabellensechste VfR Aalen.

Aufstellung

Münster:

Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Schwarz - Tekerci, Rizzi, Bischoff (62. Braun ), Kara (78. Jordanov) - Weißenfels, Grimaldi (69. Rühle )

Trainer: Steffen

Reservebank: Drewes (Tor), Wiebe, Schweers, Mangafic

Bremen II:

Zetterer - Rehfeldt, Piftzner, Verlaat (82. Eggersglüß) - Zander, Kazior, Aidara, M. Eggestein (57. Volkmer ), Jacobsen - J. Eggestein (72. Bytyqi), Lorenzen

Trainer: Wolter

Reservebank; Duffner (Tor), Volkmer, Hehne, Rother, Jensen

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