Sonderveröffentlichung

Glücksfall Ederhof Wenn Kinder ein neues Organ brauchen

Einfach mal durchatmen, die Akkus wieder neu aufladen und Kraft für die Zukunft sammeln: „Auf dem Ederhof haben wir uns von an Anfang wohlgefühlt“, sagt Silke Mertens. Sie und ihre Familie haben in den vergangenen Jahren viel Zeit in der europaweit einzigartigen Einrichtung in den Dolomiten verbracht.

Von Anna Sonnabend
Glücksfall Ederhof : Wenn Kinder ein neues Organ brauchen
Familie Mertens (Mitte) verbrachte viel Zeit gemeinsam auf dem Ederhof. Foto: WestLotto

„Wir wurden dort von allen Seiten unterstützt. Dieses Gefühl hatten wir sonst im Alltag selten.“ Im Alter von sechs Wochen erlitt der älteste Sohn von Silke Mertens eine Hirnblutung. Nach zahlreichen Untersuchungen in der Kinderklinik in Essen stellten die Ärzte fest, dass Michael (heute 21) unter dem sogenannten Alagille Syndrom – einem  Gendefekt, bei dem verschieden Organe nicht richtig arbeiten – leidet.

Michael braucht eine neue Leber

Kurz vor seinem zweiten Geburtstag war klar, dass Michael eine Lebertransplantation braucht. Sein Vater erklärte sich sofort zu einer Lebendspende bereit. Doch wie findet man nach dieser langen Leidenszeit zurück in den Familienalltag? „Dass uns damals der Ederhof empfohlen wurde, war für uns ein Glücksfall“, erinnert sich Silke Mertens.

Der Erlebnisbauernhof mitten in den Bergen ist ein Reha-Zentrum für organtransplantierte Kinder und deren Familien. Mehr als 2.500 junge Patienten mit ihren Geschwistern und Eltern konnten sich wie Familie Mertens bereits auf dem Ederhof erholen. Westlotto unterstützte die Stiftung mit 35.000 Euro.

Erholung für die ganze Familie

„Das Tolle am Ederhof ist, dass die ganze Familie mit einbezogen wird, man gleichzeitig aber nichts Besonderes mehr ist, weil alle die da sind ein ähnliches Schicksal haben“, so Silke Mertens. „Die Atmosphäre ist einmalig. Es ist etwas ganz anderes als die Reha in einer sterilen Klinik zu machen. So traut man sich auch Fragen zu stellen, die man unter anderen Umständen vielleicht nicht gestellt hätte. Die Ärzte und Mitarbeiter vor Ort haben immer ein offenes Ohr.“

Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben

In den ersten Jahren verbrachte die Familie immer gemeinsam Zeit auf dem Ederhof. Mittlerweile fährt Michael alleine zu Jugend-Reha. „Das ist sehr wichtig und hilfreich für unseren Sohn in der Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben als Erwachsener. Dort kann er sich mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen austauschen, die auch eine Organtransplantation hinter sich haben“, sagt Silke Mertens. „Da merkt er, dass er nicht anders ist, sondern nur einer von vielen Menschen, die Medikamente nehmen und öfter zum Arzt müssen. Er sieht nicht mehr, was er alles nicht machen kann, sondern wie viel er in seinem Leben erreichen kann.“

Mehr Informationen zum Ederhof finden Sie auch unter www.pichlmayr-stiftung.de

Michael Mertens schöpft in der Jugend-Reha viel Kraft für den Alltag. Foto: WestLotto