Shisha rauchen: Süßer Rauch ist immer noch Trend

Was kommt heute in den Kopf? Doppelapfel, Kirsche oder doch lieber Pina Colada? Auch wenn es sich anhört, als würde es um Alkohol gehen, geht es bei dieser Diskussion meist ums Shisha rauchen. Diese und andere süße Geschmackssorten werden in den Kopf der Wasserpfeife gelegt und dann genüsslich in der Runde geraucht. Besonders Jugendliche greifen öfter mal zum schmackhaften Tabak. Genau deswegen hat sich die Krankenkasse DAK in Rheine intensiver mit dem Thema beschäftigt. Die Untersuchung zeigt, dass weitaus mehr Jugendliche schon mit Shishas Erfahrung haben als bisher angenommen. Circa 7000 Schüler aus sechs Bundesländern wurden deswegen befragt.

So viel Rauch! Süßer Geschmack und das gesellige Beisammensitzen mit Freunden machen Shishas bei Jugendlichen sehr beliebt. Doch sind sich viele den Risiken nicht bewusst.
So viel Rauch! Süßer Geschmack und das gesellige Beisammensitzen mit Freunden machen Shishas bei Jugendlichen sehr beliebt. Doch sind sich viele den Risiken nicht bewusst. Foto: DAK-Gesundheit

Aus den Ergebnissen geht dabei hervor, dass in den Klassen fünf bis zehn fast ein Viertel aller Schüler schon Shisha geraucht haben. In der zehnten Klasse sind die Schüler meistens 15 bis 16 Jahre alt. In dieser Altersklasse sind es fast 50 Prozent aller Schüler, die schon einmal zum Schlauch gegriffen haben. Erschreckend scheint aber, dass fast fünf Prozent der Fünftklässler, also Schülern die zehn oder elf Jahre alt sind, bereits die Wasserpfeife probiert haben. Insgesamt rauchen die Jungs aber mehr Wasserpfeife als die Mädchen. 25 Prozent aller befragten Jungen haben wenigstens einmal den süßen Tabak konsumiert, bei den Mädchen sind es gerade mal 19 Prozent. Dirk Marker, Chef der DAK-Gesundheit für den Kreis Steinfurt meint: „Wasserpfeifen sind eine gefährliche Versuchung für Jugendliche. Unser Präventionsradar zeigt hohen Informationsbedarf: Vielen Schülern ist nicht bewusst, wie gesundheitsschädlich Shisha-Rauchen ist.“

Das Gefährliche ist nämlich gerade der süße Geschmack. Er verharmlost die Inhaltsstoffe, die im Tabak enthalten sind. Krebsrisiko, verschlechterte Lungenfunktion und ein schlechtes Herzkreislaufsystem sind nur ein paar der Risiken. Das schlimmste Szenario hat sich Anfang der Woche erst noch in Bremerhaven ereignet. In einer Shisha-Bar wurden 16 Gäste mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus gebracht. Grund war die schlechte Belüftung in der Bar. Das unsichtbar und tödliche Gas entsteht beim Verbrennen der Shisha-Kohlen, die oben auf dem Kopf platziert werden.

Auch hier im Kreis greifen viele Jugendliche zur Wasserpfeife. „Ich rauche seit fast zwei Jahren regelmäßig Shisha. Es ist schön, dabei in einer geselligen Runde zu sitzen und es macht Spaß“, erzählt eine 18-jährige Schülerin aus Steinfurt. Eine 17-jährige Schülerin ist da auch ihrer Meinung: „Ich rauche seit circa drei Jahren Shisha. Es schmeckt gut und macht gerade dann Spaß, wenn man mit Freunden zusammensitzt.“ Doch ähnlich wie ein Bier mit Freunden sollte auch die Shisha mit Vorsicht genossen werden, sagt nicht nur die Krankenkasse.

Max Roll

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