Prunk- und Galasitzung: „Hyper, hyper, immer weiter“

Borghorst -

Die Prinzen-Mädels waren‘s. Bei ihrem furiosen Showtanz-Ritt durch den Wilden Westen kidnappten sie kurzerhand das Dreigestirn – das übrigens nur zu willig dem Ruf in die Weiten der Prinzen-Prärie folgte – scheuchten die auf bessere Stimmung lauernden Narren in der Buchenberghalle von ihren Stühlen und peng, peng, war die letzte Karnevalsmüdigkeit verscheucht. Eine gut gesetzte Programmdramaturgie ließ die Gäste der Prunk- und Galasitzung am Samstagabend von nun an unaufhaltsam dem Stimmungshoch entgegenstürmen, das durch den Auftritt der Kölschen Coverband in der letzten Stunde vor Mitternacht ein perfektes Ende fand.

Von Axel Roll
Unbestritten einer der Höhepunkte des Abends war Sven Ohle, der mit Akrobatik und seiner frechen Schnauze beim Publikum punktete.
Unbestritten einer der Höhepunkte des Abends war Sven Ohle, der mit Akrobatik und seiner frechen Schnauze beim Publikum punktete. Foto: Axel Roll

Aber stop, zurück auf Anfang. Das Karnevalskomitee der Vereinigten Schützen, an der Spitze Präsident Georg Hellmann, musste den, wie zu diesem Anlass üblich, bunt kostümierten Jecken im Rund einige Neuerungen erklären. An erster Stelle das Bühnenbild, das die bekannten, unter der Ägide von August Silling vor 30 Jahren gemalten Gardetrompeter ablöste. Das große Vereinigten-Wappen, das jetzt von der Hallenwand auf das Treiben im Saal herunterschaut, zeigte sich anfänglich noch ein wenig schüchtern. Es versteckte sich minutenlang hinter dem schwarzen Vorhang, den August Silling eigentlich per Knopfdruck zu Boden schicken sollte. „Wir haben das so oft geprobt“, ärgerte sich Georg Hellmann über diese kleine Panne, die souverän vom Publikum weggeklatscht wurde.

Hellmann selbst entwich dann in den Hintergrund, um den neuen Moderatoren Tobias Lackhütter und Christian Tönis das Feld zu überlassen, die von nun an durch das Programm führten.

Sorry, die Gags, die der Stargast des Abends zu ungewohnt früher Stunde abschoss, sind an dieser Stelle nicht zitierfähig. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Zeitung auch von Minderjährigen gelesen wird. Comedian Lisa Feller widmete sich nämlich vorrangig dem Thema, das vorrangig bei Herrensitzungen diskutiert wird.

Witz und Artistik – diese Mischung hat es bei einer Prunk- und Galasitzung noch nicht allzu häufig gegeben. Dementsprechen groß war die von Lachsalven begleitete Überraschung, als der Hamburger Sven Ohle frei balancierend auf seine Leiter kletterte und oben mal mit Keulen, mal mit Fackeln oder Messern jonglierte. Sein spontanes (Wort)Spiel mit dem Publikum tat sein Übriges. Die Zuschauer waren total begeistert.

Gleiches gilt für die tänzerischen Einlagen bei dieser Prunk- und Galasitzung. Der Showtanz der Prinzen fand eingangs schon Erwähnung, die Wilmsberger Garde zog es diesmal aufs Meer, wo Neptun und die Piraten lauern. Auch ihnen folgten die Narren bedingungslos.

Ganz anders ließen die Emsdettener Hupfdohlen die Puppen tanzen. Mit dem optischen Schwarzlicht-Trick zauberten die Feuerwehrmänner zu Discomusik tanzende Flamingos auf die Bühne.

Ja und wie gesagt, dann zum Schluss noch die Kölsche Coverband. Längst standen die Feierwütigen direkt an der Showtreppe, um richtig Gas zu geben. Da hatte die nach mehrjähriger Pause zurückgekehrte Tanzband „Fine Time“ im Anschluss leichtes Spiel. Sängerin Anja Schleuter hatte zwischendurch schon einmal die Stimmqualitäten von Dreigestirn und Elferrat getestet. Unterm Strich konnten Stadtprinz Jörg, Prinzessin Michaela und Zerri Tobias mehr als zufrieden sein. Ihr Appell „Hyper, hyper, immer weiter“ wurde vom Narrenvolk an diesem Samstagabend nur zu gerne aufgegriffen. 

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5407007?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F