Urteil gegen Steinfurter Pistole beim Drogenkauf auf dem Tisch

Burgsteinfurt/Rheine -

Drei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung beantragte die Staatsanwaltschaft beim Schöffengericht in Rheine gegen einen 22-jährigen Steinfurter wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels in fünf Fällen zwischen Januar und Juni und Führens einer Schusswaffe.

Von Monika Koch

Am 6. Juni verkaufte er laut Anklage in seiner damaligen Wohnung in Burgsteinfurt 87 Gramm Marihuana, während eine Schreckschusspistole mit gefülltem Magazin auf dem Tisch lag. Bei seiner Wohnungsdurchsuchung sicherte die Polizei einen Tat später einen „Gemischtdrogenhandel“. Außerdem kassierten die Beamten 295 Euro Dealgeld ein, die Schreckschusspistole mit Munition, sein Handy und einen Laptop.

Weil er einschlägig am 5. November 2015 am Amtsgericht Steinfurt zu einer Woche Dauerarrest verurteilt worden war, sah die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre als angemessenes Strafmaß trotz umfassenden Geständnisses an. Die Verteidigung atmete tief durch und beantragte angesichts der Kehrtwende des Angeklagten nach drei Monaten Untersuchungshaft ein mildes Strafmaß mit Bewährung . Der Anwalt gab zu bedenken, dass sein Mandant mit drei oder vier anderen Leuten in einer Zelle „ohne Strom“ gesessen habe, „das hat ihn geprägt“. Das Schöffengericht folgte dem Antrag der Verteidigung „mit Bedenken“ und verurteilte ihn unter Auflagen zu zwei Jahren mit Bewährung. Allerdings dauert die Bewährungszeit vier Jahre.

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