Unternehmen in der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (Serie) Baustoffe haben immer Konjunktur

KREIS STEINFURT -

Die Bagger sind riesig, die Firmengeschichte lang und erfolgreich: Seit 1897 setzt die Firma HKC auf Baustoffe wie Lava, Kies und Sand. Wir haben sie mal besucht.

Von Rainer Nix
Größenvergleich: Betriebsleiter Ewald Beulting und Claus Umbreit und ein „Dumper“ im Steinbruch Kälberberg.
Größenvergleich: Betriebsleiter Ewald Beulting und Claus Umbreit und ein „Dumper“ im Steinbruch Kälberberg. Foto: Rainer Nix

Immer wenn es so richtig heiß und trocken ist fährt ein Tankwagen über das 30-Hektar-Gelände des Steinbruches „Kälberberg“ in Recke-Obersteinbeck . In regelmäßigen Abständen wird Wasser auf den Boden gesprüht, damit keine Staubwolken die Sicht vernebeln und die Umwelt verschmutzen. Im 35-Hektar-Steinbruch Ueffeln bei Bramsche ist es dasselbe Szenario. An beiden Orten gewinnt die Firma Hollweg, Kümpers & Comp. KG, kurz HKC, mit Verwaltung und Vertrieb an der Hafenstraße 43 in Rheine Straßenbaustoffe und Schieferton.

Seit 1897 werden an der Hafenstraße Baustoffe wie Lava, Kies und Sand verkauft. Darüber hinaus sind hier die Lagerung und Umschlag von Stück- und Schüttgütern aller Art beheimatet. „Wir sind Lieferanten von Straßen-, Wasser- und Wegebaustoffen sowie Schiefertonen für die grobkeramische Industrie“, erläutert Prokurist Claus Umbreit .

Dabei erweist sich die Lage des Hafenbetriebes am Dortmund-Ems-Kanal gleich in doppeltem Sinne als vorteilhaft. Auf dem Wasserweg lassen sich die Güter kostengünstig und umweltfreundlich zugleich transportieren. Radlader und ein Bagger mit auffallend langem Greifarm be- und entladen die Frachtschiffe. Der Jahresumschlag liegt bei rund 100 000 Tonnen. Eine Gleisanbindung und der ortsnahe Autobahnzubringer eröffnen weitere Transportmöglichkeiten.

Im Steinbruch Kälberberg bestimmen Bagger und Muldenkipper, englisch „Dumper“ genannt, das Bild. Mit ihnen werden jährlich rund 250 000 Tonnen Quarzsandstein gewonnen und transportiert. Gefragt sind die Steine mit unterschiedlicher Körnung im Straßen-, Wasser- und Wegebau. Auch Steinmetze schätzen den Baustoff mit seiner leicht rötlichen Färbung. In der Region zeugen zahlreiche schmucke Sandsteinhäuser davon, dass dieses Material einst im Baugeschäft äußerst beliebt war. Ständig stehen große Lastzüge auf der Waage am Eingang und transportieren Baustoffe ab, vorher passieren sie aber erst einmal die „Reifenwaschanlage“. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Straßen nicht von den Fahrzeugen verschmutzt werden“, betont Umbreit. Umweltschutz ist hier ein großes Thema. Lärmschutzwälle dämpfen die Geräusche, die im Tagesbetrieb unvermeidbar sind. In Ueffeln verlassen jährlich 500 000 Tonnen Straßenbaustoffe und 150 000 Tonnen Schieferton das Gelände.

Der Steinbruch Kälberberg hat noch eine Laufzeit von weiteren zehn Jahren, für Ueffeln läuft zurzeit ein Erweiterungsverfahren um zehn Hektar. Hier sollen noch bis 2040 Schüttgüter und Steine gewonnen werden. In den abgebauten Bereichen stehen Renaturierungsmaßnahmen auf dem Programm. Die Natur setzt sich ziemlich schnell wieder durch und es entstehen neue Lebensräume für Uhus, Eidechsen, Schmetterlinge oder andere Tiere.

Die Firma ist seit 1998 Mitglied in der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (WVS). Claus Umbreit war zehn Jahre lang im Vorstand tätig und schätzt die WVS als Sprachrohr der regionalen Wirtschaft. „Wichtig ist die Vernetzung mit anderen, auch branchenfremden Firmen. So schaut man gern mal über den eigenen Tellerrand.“ Die WVS-Akademie bietet attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. „Wir nutzen beispielsweise gern Seminare wie „Meisterlich führen“ und auch die Angebote für Auszubildende“, sagt der Prokurist.

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