Kunst auf der Höhe der Zeit Die Jury war in jedes Werk verliebt

KREIS STEINFURT -

Zu 90 Prozent war sich die hochkarätige Jury im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst schnell einig, was von welchem Künstler ausgestellt werden würde. „Die Jury war in jedes Werk verliebt. Wir sind absolut überzeugt von dem, was hier hängt.“ Beste Voraussetzungen für eine gelungene Ausstellung. Nix wie hin!

Von Elvira Meisel-Kemper
Jurymitglied Ina Bode war begeistert von der künstlerischen Qualität.
Jurymitglied Ina Bode war begeistert von der künstlerischen Qualität. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Die traditionsreiche Ausstellung „Kunst in der Region“ hatte auch in diesem Jahr jede Menge Überraschungen zu bieten. Landrat Dr. Klaus Effing stellte die große Zahl der Bewerber heraus: „Mehr als 100 Künstler aus der Region, dem Kreis Steinfurt, dem Münsterland, dem Osnabrücker Land und den Niederlanden haben sich um die Teilnahme beworben. 24 von ihnen sind von einer Fachjury ausgewählt worden.“ Diese setzte sich zusammen aus Kristina Scepanski ( Westfälischer Kunstverein Münster ), Thomas Niemeyer ( Städtische Galerie Nordhorn) und Ina Bode (AKI ArtEZ Academy of Art & Design Enschede).

Bode berichtete bildhaft, wie schwierig es gewesen sei, die Künstler zu filtern, deren Werke ausgestellt wurden. „Es waren über 400 Einsendungen. Der kleine Saal des Kunsthauses war voll mit den Werken. Alle zehn Sekunden haben wir uns ein neues Werk angesehen. Die Auswahl wurde nach methodisch-analytischen und intuitiven, gefühlsgetragenen Aspekten getroffen“, so Bode.

Zu 90 Prozent waren sie sich schnell einig, was ausgestellt werden würde. „Die Jury war in jedes Werk verliebt. Wir sind absolut überzeugt von dem, was hier hängt“, betonte Bode.

Die riesige Installation aus Licht, Ton, Bewegung und Malerei von Holger Küper mitten im Westflügel zieht allein durch die Größe die Blicke der Besucher auf sich. Küper, der in Münster lebt, schuf mit der Installation „Niemandsland“ ein eindrucksvolles Werk, das Wetterstimmungen akustisch und optisch näherbringt. Donnergrollen oder friedlichere Geräusche aus der Natur erklingen aus dem Schalltrichter, als die bemalte Leinwand auf Rollen langsam an den Augen der Betrachter vorbeizieht. Mal sind es optische Lichtblicke, die aufgehellt werden durch weiße Lichtröhren, die sich zwischen der Leinwand und darüber befinden. Dann gibt es wieder schwarze Formballungen auf der Leinwand, die zum Gewitter passten.

Daneben gibt es jede Menge Malerei, Fotoarbeiten, Zeichnungen und wenige Plastiken in der Ausstellung, wie zum Beispiel Franz-Josef Schwegmanns plastische Arbeiten im Gewölbekeller. „Regen-Rohr-Tuba“ und „Duopete“ nennt der Emsdettener Künstler die beiden Werke, die sich an Musikinstrumenten orientieren.

Im Remter lenken die Impressionsfotografien von Il-Suk Lee die Blicke auf sich. Lee, der in Südkorea geboren wurde und an der Kunstakademie in Münster studiert, fotografierte einen Freund als Jesus Christus mit Attributen der Gegenwart. (Mehr Fotos in der Print-Ausgabe am Dienstag, 11. Oktober).

Die Ausstellung läuft bis zum 20. November: Dienstag bis Samstag: 14 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertag: 11 bis 18 Uhr.

TIPP: Am 22. Oktober, 19 Uhr, Ausstellung-Konzert „SPLASH-Fest der Perkussion“, Klangkunstreihe „SOUNDSEEING VI“. Karten gibt es im Kunsthaus

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