Großübung von DRK und Feuerwehr Das Szenario möchte keiner erleben

Steinfurt -

Schülerinnen und Schüler waren bei stark verrauchten Klassenzimmern auf der ersten Etage der „Schule am Bagno“ eingeschlossen. Verzweifelt trommelten sie mit den Fäusten gegen die Scheiben. Eine 15-Jährige stand auf einem Abdach und rief in heller Panik um Hilfe, Detonationen ließen vermuten, dass irgendetwas explodiert. Ein Horror-Szenario, das niemand je erleben will. Am Samstag war es glücklicherweise nur nachgestellt.

Von Rainer Nix
Rasch müssen die Hilfsmaßnahmen am Ort des Geschehens koordiniert werden.
Rasch müssen die Hilfsmaßnahmen am Ort des Geschehens koordiniert werden. Foto: Rainer Nix

Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) in Steinfurt probten in einer Gemeinschaftsübung den Ernstfall. Mindestens 100 Aktive der beiden Löschzüge und der Jugendfeuerwehr waren mit dabei, ebenso 30 Mitglieder der beiden Ortsvereine des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Auch die Johanniter Unfallhilfe und der Malteser Hilfsdienst brachten sich mit ein.

Die erdachte Übungssituation: Ein Schüler randaliert aus Rache für eine schlechte Note im Chemieraum der Hauptschule Er zündet Chemikalien an, die zu einem Zimmerbrand mit erheblicher Rauchentwicklung führen. Die Brandsituation eskaliert.

Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Es galt, schnellstmöglich verletzte und vermisste Personen mit Sprungpolster, Drehleiter, Steckleitern und weiterer Ausrüstung zu retten. Suchhunde wurden ins Rennen geschickt um auch den letzten Vermissten zu finden.

„Die Übung wurde von allen als anspruchsvoll empfunden“, so Andreas Krüskemper vom DRK Burgsteinfurt , zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, nach der Manöverkritik am Abend. Im Ernstfall würden bei einer solchen Sachlage alle umliegenden Feuerwehren noch nachalarmiert. „In Anbetracht der geringen Manpower zeigten sich alle zufrieden mit dem Verlauf“, so Krüskemper weiter. Dr. Karlheinz Fuchs als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ im Kreis Steinfurt freute sich über die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen, die sich seit 2002 deutlich verbessert habe. „Wenn ich heute ein betroffener Elternteil gewesen wäre, hätte ich mein Kind gut betreut gewusst“, so Fuchs.

Federführend war diesmal das DRK, Ortsverein Burgsteinfurt. Leiter Dirk Wiening dankte Feuerwehrchef Dirk Telgmann für das Vertrauen. Wiening und Sven Hölscher von der Feuerwehr Steinfurt brieften die aktiven Beobachter und Medienvertreter. Als „Aktive“ traten Vertreter der Feuerwehren Emsdetten und Horstmar, des DLRG Burgsteinfurt und des DRK Senden in Erscheinung, außerdem ein Stunt-Team, das eine „brennende Person“ ins Übungsgeschehen schickte. Passive Beobachter waren unter anderem Repräsentanten des Kreises und der Stadt Steinfurt, des DRK-Kreisverbandes, Vorstandsmitglieder beider DRK Ortsvereine und der Feuerwehr-Ehrenabteilung. Die aktiven Beobachter nahmen die Übung mittels einer Checkliste genaustens unter die Lupe und beteiligten sich an der Manöverkritik.

Inklusive der Beobachter und Darsteller von Verletzten waren rund 250 Personen beteiligt. 17 „Patienten“ wurden aus der Gefahrenzone gerettet und versorgt.

„Innerhalb von 40 Jahren haben wir glücklicherweise die Feuerwehr nie rufen müssen“, sagte Schulleiter Gerd Clancett und hofft, dass es auch so bleibt. Er und seine Stellvertreterin Helene Walter beobachtet das Szenario ebenfalls.

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