Kirche erhält in den kommenden Jahren für eine halbe Million Euro ein neues Dach St. Nikomedes ist nicht ganz dicht

Borghorst -

Es ist die wohl größte Baumaßnahme an der St. Nikomedes-Kirche in den vergangenen Jahrzehnten: Das Gotteshaus bekommt ein neues Dach. Die rund 120 Jahre alte Schieferkonstruktion ist schon seit Jahren nicht mehr dicht. In dieser Woche hat eine Spezial-Gerüstbaufirma damit begonnen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in den kommenden Monaten Zimmerleute und die Mitarbeiter einer Fachfirma für Schieferdächer in bis zu 60 Metern Höhe arbeiten können.

Von Linda Braunschweig
In bis zu 60 Metern Höhe werden die Fachfirmen in den kommenden Monaten arbeiten. Derzeit wird das Gerüst aufgebaut. Karl Westermann hat die Planungen für den Kirchenvorstand begleitet. In Gutachten wurden die Schäden festgehalten.
In bis zu 60 Metern Höhe werden die Fachfirmen in den kommenden Monaten arbeiten. Derzeit wird das Gerüst aufgebaut. Karl Westermann hat die Planungen für den Kirchenvorstand begleitet. In Gutachten wurden die Schäden festgehalten. Foto: Linda Braunschweig

Zunächst wird das Dach oberhalb der beiden Kapellen und des Chorraums neu eingedeckt. Die weiteren Dachflächen sollen folgen. Bis das Dach komplett fertig ist, werde es aber wohl mehrere Jahre dauern, prognostiziert Karl Westermann , der das Projekt für den Kirchenvorstand mitgeplant hat und begleitet.

Bereits 2004 waren erste Schäden an dem Dach der in den Jahren 1885 bis 1899 errichteten Kirche entdeckt worden. Es folgten Reparaturarbeiten und erste Überlegungen zur Sanierung. Zahlreiche Absprachen waren nötig. Gutachter befassten sich mit dem Zustand des Bauwerks, Statiker mit der Konstruktion. Architekten, die Denkmalbehörde und Fachfirmen mussten beteiligt werden. Die Pläne wurden konkreter. Schließlich erhielt die Pfarrei St. Nikomedes grünes Licht vom bischöflichen Generalvikariat – und die Zusage für die Übernahme des größten Teils der Kosten von rund einer halben Million Euro. 10 000 Euro wird die Pfarrei selbst übernehmen. Sie wird zudem versuchen, Spenden für das Projekt zu sammeln.

Zu den Schäden am Kirchendach trägt nicht nur sein Alter bei, sondern auch über die Jahre ganz unterschiedliche Reparaturweisen. „Da wurde mal Kupfer verwendet, mal Blei, der Schiefer ist unterschiedlich dick“, erläutert Karl Westermann. Die Folgen der undichten Stellen sind Schäden im Gebälk und Gebäuderisse. Davon, dass es durchtropft, bekommen die Kirchenbesucher nichts mit. Denn unterhalb der Dachkonstruktion liegt das Gewölbe der Kirche, das den Innenraum als Decke begrenzt. So wird die Kirche auch während der Bauarbeiten nie offen sein.

Ohnehin geschieht die Erneuerung des Daches Zug um Zug. Wenn Ende nächster Woche die Gerüstbauer abrücken, kommen zunächst die Zimmerleute. Sie entfernen Stück für Stück die alte Schieferdecke und erneuern die Holzkonstruktion darunter, zudem bekommt das Gewölbe eine zusätzliche Schalung. Auch statisch wird das Dach ertüchtigt. Von außen haben es die Fachleute mit zahlreichen kleinteiligen Arbeiten zu tun: Das Dach hat viele Kapellchen und Zwickel, zudem werden Abwasserleitungen erneuert und Dachfenster eingebaut. Letztere sollen auch die Arbeitssicherheit für künftige Maßnahmen erhöhen.

Dafür, dass die Arbeiten am Gewölbe überhaupt durchgeführt werden können, wurde bereits im vergangenen Herbst gesorgt: Eine Spezialfirma reinigte das Gewölbe von großen Mengen Schutt und Taubenkot. Die Bauabfälle hatten sich über die Jahrzehnte durch die verschiedenen Reparaturarbeiten angesammelt.

Nicht nur die Höhe macht die Arbeiten schwierig, auch die Lage der Kirche: Auf der Südseite ist es so eng, dass dort kein Gerüst errichtet werden kann. Deshalb wird von der Nord-Ost-Seite aus eine mit Karren befahrbare Umrandung angelegt.

Jetzt hoffen die Beteiligten auf einen milden Winter, damit die Arbeit schnell vorankommen. „Eigentlich dachten wir, wir wären schon weiter“, sagt Westermann. Aber auch der sauerländische Schiefer ließ auf sich warten, so dass die Arbeiten erst jetzt beginnen. Die Kirchenbesucher sollen von den Arbeiten – abgesehen von dem Gerüst – übrigens nicht behelligt werden. Auch, wenn eine Beerdigung in der Stiftskapelle stattfindet, werde man Wege finden, um den Vorplatz dort frei zu machen, kündigt Westermann an.

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