Bauern beim Landrat Schulterschluss unter der Erntekrone

Kreis Steinfurt -

„Sehr stark“ sei die Landwirtschaft im Kreis Steinfurt, aber immer noch würden Bauern zu oft „diffamiert“, wie unlängst mit Ekel-Bildern aus Schweineställen: Klare Worte zur Situation der Bauern fanden Landrat Klaus Effing und WLV-Kreischef Johann Prümers bei der Überreichung der traditionellen Erntekrone.

Von Achim Giersberg
Betonten Gemeinsamkeiten: WLV-Kreisverbands-Vorsitzender Johann Prümers (links) und Landrat Klaus Effing (3.v.l.). Sie dankten den Landfrauen aus Ochtrup für das Arrangement der Erntekrone. Ein Korn (kleines Bild) gehörte natürlich auch dazu.
Betonten Gemeinsamkeiten: WLV-Kreisverbands-Vorsitzender Johann Prümers (links) und Landrat Klaus Effing (3.v.l.). Sie dankten den Landfrauen aus Ochtrup für das Arrangement der Erntekrone. Ein Korn (kleines Bild) gehörte natürlich auch dazu. Foto: Achim Giersberg

„Keine leere Worthülse“ sei Erntedank, betonte Johann Prümers , sondern tatsächlich Anlass, Gott zu danken, der den Landwirten wieder ermöglicht habe, ihren Beruf auszuüben. Natürlich spiele die Natur da nicht immer mit: Vor allem Hochwasser und Hagel habe der Ernte zugesetzt, die deutlich unter dem Durchschnitt vergangener Jahre liege. Und auch die menschengemachten Probleme vergaß Prümers natürlich nicht, als er gestern Nachmittag die traditionelle Erntekrone im Kreishaus-Foyer an Landrat Klaus Effing übergab.

So hätten viele Milchviehbetriebe für immer aufgeben müssen; auch die Sauenhaltung sei nicht einfacher geworden. Trotz aller Probleme stehe die Landwirtschaft im Kreis Steinfurt aber „sehr gut“ da, meinte Prümers; besonders die Tierhaltung werde auf hohem Niveau betrieben. Scharf kritisierte der WLV-Lobbyist die jüngste Panorama-Berichterstattung in der ARD über Missstände in Ställen auch hoher WLV-Funktionäre im Münsterland. Prümers sprach von „manipulativer Berichterstattung“, wenn Bilder zwei Jahre lang gehortet würden, um sie dann zu verwenden, um Landwirte als gierig, als Tierquäler und Brunnenvergifter darzustellen.

Gleichwohl sei die Landwirtschaft „nicht frei von Fehlern“, gestand Prümers ein, habe etwa Grenzen des Wachstums überschritten und der Wasserschutz sei nach wie vor eine „Schwachstelle“. Aber „so diffamiert zu werden, trifft die Bauernfamilien bis ins Mark“.

Das sah Landrat Klaus Effing genauso. Die Landwirtschaft stehe unter einem Druck, der existenzbedrohend geworden sei. Dazu trage auch die „wenig landwirtschaftsfreundliche Gesetzgebung“ in NRW bei und eine „negative überregionale Presse“. Wenn Tierschutzaktivisten in Betriebe eindrängen und dort unerlaubt filmten, habe das nichts mit Journalismus zu tun, meinte der Landrat. Solche „populistischen Bilder“ würden weder der Landwirtschaft noch der Bevölkerung helfen. „Den Tieren geht es gut“, sei sein Eindruck, nach vielen Hof-Besuchen. Und: „Wir sind mit der Landwirtschaft im Dialog.“

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