Fünf Nachwuchskünstlerinnen unterhalten vor der Leinwand Comedy-Premiere im Kino

Burgsteinfurt -

Sie sind jung, weiblich und mutig: Mit erfrischender Komik und Wortakrobatik wagten sich am Freitagabend fünf Nachwuchskünstlerinnen vor die Kinoleinwand und ein erwartungsvolles Publikum in Burgsteinfurt. Auf die Premiere des Stand-up-Comedy-Abends im Saal 2 war auch Kinoinhaber Tobias Hamer gespannt. Das Fazit nach der Show: Daumen hoch, Fortsetzung geplant.

Frauenpower: (v.l.) Liza Kos, Conny Picker, Alicja Heldt, Katharina Schmidt und Anna Beierlein folgten der Einladung nach Burgsteinfurt.
Frauenpower: (v.l.) Liza Kos, Conny Picker, Alicja Heldt, Katharina Schmidt und Anna Beierlein folgten der Einladung nach Burgsteinfurt. Foto: Sabine Sitte

Der kleine weiße Zettel hat es in sich. Sorgsam faltet Conny Picker ihn auseinander und ist sich der Brisanz bewusst: Es gibt mehr als zwei Geschlechter und Facebook hat sie alle gelistet. „Bei der Erstanmeldung haben sie die Qual der Wahl, was Sie sind“, klärt Picker auf. Von ‚androgyner Mensch’ über ‚interweiblich’ bis zur ‚XY-Frau’ sei alles möglich. Zwei Kategorien habe Facebook jedoch vergessen: Die der „Hausfrau“ und „das Mädchen in einem Mädchenkörper, das aber ein Junge werden sollte“. Picker seufzt: „Mein Papa hat mich ewig Ingo gerufen.“

Die Hamburgerin ist gleich ihren Kolleginnen Katharina Schmidt , Alicja Heldt, Liza Kos und Anna Beierlein der Einladung nach Steinfurt gefolgt. Die Idee für das „Mädels-Line-up“ im Kino Steinfurt stammt von Oliver Thom. Der organisiert bereits die Mixed-Comedy-Shows in der Borghorster Soccerworld und konnte die Kontakte in die Szene vermitteln. Für Kinoinhaber Tobias Hamer ist der Abend ein Experiment, weiter neue Wege zu gehen. Er träumt mit Ehefrau Stefanie von einer innovativen Kinokultur: Themenabende, Lesungen, Kleinkunst. „Wir hören, was die Leute wollen und möchten Dinge anbieten, die es in Steinfurt so noch nicht gibt.“

Auf der Bühne bringt derweil Katharina Schmidt mit Allegorien auf ihren Namen den Saal zum Lachen: „Jeder ist seine Glückes Schmidt“, grinst sie und mit acht Millionen Einträgen habe ihr Alias eine „google-sichere Weste“. Mit knatterndem Wortstakkato beschreibt Alicja Heldt ihr Heim und Liebesleben: Vor dem Einzug des Mannes und seit dem. In ihren Figuren parodiert Liza Kos die „Intregation“ von Ausländern: Mit rollendem R im russischem Akzent und stoischer Gelassenheit spricht und singt sie als Swetlana über deutsche Besonderheiten: „Männer pinkeln im Sitzen und sparen tagsüber am Alkohol.“ Moderiert wird der Abend von der Wahl-Bremerin Anna Beierlein.

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