Modellprojekt: Stadtwerke präsentieren neues Nahwärmekonzept Klimafreundlich und effektiv

Steinfurt -

Der Mieterin im Betreuten Wohnen des Vereins Mobilé wurden die Füße im vergangenen Winter zu kalt – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Weil ihre Heizung nur noch spärlich funktionierte, setzte sie sich mit den Stadtwerken in Verbindung. Dass das der Auslöser eines Modellprojekts werden sollte, ahnte weder sie noch Rolf Echelmeyer. Der Chef des lokalen Energieversorgers stellte am Dienstag das neue Nahwärmekonzept auf dem Areal der Einrichtung des Paritätischen an der Johanniterstraße vor. Alle Wohnungen und Appartements sowie das Seniorenwohnhaus sind daran angeschlossen.

Von Ralph Schippers
Stellten das Projekt vor: Klimaschutzmanagerin Pia Niehues, Tim Scheipers (Mobilé), Rolf Echelmeyer (Stadtwerke) und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer (v.l.). Circa 220 Meter Rohrnetz wurden von den Stadtwerken erneuert (kl. Bild).
Stellten das Projekt vor: Klimaschutzmanagerin Pia Niehues, Tim Scheipers (Mobilé), Rolf Echelmeyer (Stadtwerke) und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer (v.l.). Circa 220 Meter Rohrnetz wurden von den Stadtwerken erneuert (kl. Bild). Foto: rs/Stadtwerke

Eine Nahwärmeversorgung gab es auch schon zuvor. Doch das System, bestehend aus zentraler Gasheizung und Rohrnetz, war nach 15 Jahren am Ende: Zu hoch die Wärmeverluste durch mangelhafte Isolierung und Undichtigkeiten und daraus resultierend zu hoch der Energieverbrauch. „Lauwarmes Wasser und kalte Heizkörper, das war auf Dauer nicht mehr tragbar“, erinnert sich Tim Scheipers von Mobilé. Der Vorschlag der Stadtwerke , das Netz zu erneuern, es als Eigentümer zu übernehmen und Vertragspartner für die Energielieferung zu werden, fand auf Anhieb Gefallen – sowohl beim Träger Mobilé als auch bei den Mietern des Betreuten Wohnens.

Gesagt, getan: Die Stadtwerke erneuerten das komplette Netz und die Heizungsanlage selbst. Die Investitionskosten in Höhe von 75 000 Euro werden zunächst vom Energieversorger getragen, sie amortisieren sich nach rund zwölf Jahren allein durch die erzielte Energieeinsparung.

Den Stadtwerken gehe es auch darum, zufriedene Kunden zu haben und sie langfristig zu binden, erklärte Echelmeyer zu den Hintergründen der Investition. Aber auch die Bewohner selbst profitieren: Sie werden nicht zusätzlich belastet und verfügen nun über eine zuverlässige Wärmeversorgung. Zu guter Letzt ist die neue Wärmeversorgung klimafreundlicher als der verbrauchsintensive Vorgänger. Darüber freut sich Pia Niehues . Die Klimaschutzmanagerin der Stadt betont den Pilotcharakter des Projekts: „Wir brauchen angesichts des Ziels, den Wärmebedarf der Stadt bis 2025 im Vergleich zu 2010 um 20 Prozent zu senken, mehr davon.“ Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, die bei der Projektpräsentation mit angeschlossener kleiner Feierstunde für die Bewohner ebenfalls dabei war, erklärte: „Es ist besser, vor Ort Energie einzusparen als große Stromtrassen quer durch die Republik zu bauen.“

Stadtwerke-Chef Echelmeyer ergänzte schlussendlich, dass es nicht nur vorstellbar, sondern gewünscht sei, das Nachbarschaften in Altbauquartieren sich zusammen tun, um gemeinsam ähnliche Projekte zu verwirklichen. Dies sei nicht nur bei der Erneuerung von Heizungen denkbar, sondern zum Beispiel auch bei der energetischen Sanierung von Außenfassaden oder Dächern.

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