Senioren sind beim Dienst am Altar unverzichtbar Die „Krawattenmessdiener“

Borghorst -

Der schwarze Anzug hängt für Heinz Bussmann, Karl Dephoff, Bernhard Watermann und Werner Dröppelmann, Heinz Wiggers und Alfred Hille immer griffbereit. Regelmäßig treten die Borghorster Senioren in Schwarz gekleidet an den Altar in St. Marien und St. Nikomedes. Sie sind Seniorenmessdiener.

Von Linda Braunschweig
Stehen dem Priester zur Seite: (v.l.) Die Borghorster Bernhard Watermann, Heinz Bussmann, Werner Dröppelmann und Karl Dephoff (v.l.) leisten regelmäßig Dienst am Altar.
Stehen dem Priester zur Seite: (v.l.) Die Borghorster Bernhard Watermann, Heinz Bussmann, Werner Dröppelmann und Karl Dephoff (v.l.) leisten regelmäßig Dienst am Altar. Foto: Linda Braunschweig

Vor allem bei Beerdigungen ist der Dienst der erwachsenen Ministranten gefragt. In St. Marien hat der Altardienst Erwachsener schon lange Tradition. Dort hat sich schon vor Jahrzehnten eine Gruppe mit 24 erwachsenen Messdienern zusammengefunden, die zunächst bei der Vorabendmesse in St. Marien, später in St. Nikomedes diente – und das bis heute macht. Aber erst seit drei Jahren gibt es eine Gruppe, der sechs ältere Steinfurter angehören, die speziell bei den Beerdigungen eingesetzt werden. Begleitet werden sie von Diakon Dieter Runde , der die Gruppe auch ins Leben gerufen hat.

„Da die Schulen oft nachmittags noch Unterricht haben, wenn wir Beerdigungen halten, sind wir zunehmend auf Seniorenmessdiener gekommen, die uns dabei unterstützen“, sagt Pfarrer Markus Dördelmann. Die Zeiten, in denen Messdiener für eine Beerdigung schulfrei bekamen, seien ja lange vorbei, sagt Diakon Runde. Aber es sei sinnvoll, dass ein Messdiener mit am Altar stehe. „Das gibt ein Gefühl der Gemeinschaft und ist einfach feierlicher“, sagt Runde. Vor allem bei großen Beerdigungen legt die Pfarrei Wert auf die Unterstützung durch Ministranten. „Das hat auch praktische Gründe“, sagt Runde. „Sonst dauert alles recht lange.“

Ministrantenrock und Chorhemd tragen die erwachsenen Messdiener allerdings nicht. Sie haben sich schon vor Jahren für den Anzug entschieden. „Wir sind die Krawattenmessdiener “, sagt Werner Dröppelmann schmunzelnd.

Es ist ein Dienst, der für den 70-jährigen Karl Dep-hoff eine „schöne Aufgabe“ ist – „auch stellvertretend für die Gemeinde“. Der Pfarrer, so finden die erfahrenen Ministranten, soll sich Wasser und Wein nicht selbst holen müssen. Sie alle haben schon in frühester Jugend den Dienst am Altar übernommen, die meisten von ihnen sind „ausgebildete“ Messdiener, die zum Teil noch das Evangelium auf Latein und das Stufengebet gelernt haben. Dem Priester zu assisistieren, gehört für sie seit Jahrzehnten dazu. Es sieht doch „irgendwie komisch aus“, wenn der Priester ganz allein am Altar stehe, finden die Seniorenmessdiener. Schöner sei es, die Messe gemeinsam zu gestalten – wobei einige Beerdigungen inzwischen ohne Hochamt stattfinden. Ein Umstand, der die gläubigen Borghorster „traurig stimmt“ wie Dröppelmann sagt. Als Messdiener feiert er bereits sein „60-Jähriges“: Seit 1956 leistet er Dienst am Altar. „Die Handgriffe kann ich längst im Schlaf.“

Für die erfahrenen Ministranten ist es auch ein „Pflichtgefühl gegenüber dem Verstorbenen“, sagt Karl Dephoff, vor allem dann, wenn man den Toten gekannt habe.

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Die Gruppe der Seniorenmessdiener kann Unterstützung gebrauchen. Interessierte melden sich bei Diakon Dieter Runde unter Telefon 0 25 52/13 04.

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