Wohnblock an der Elisabethstraße wird erheblich teurer „Zu tief gegriffen“

Borghorst -

Das fraktionslose Ratsmitglied Reinhard Froning hatte es in der vergangenen Woche öffentlich gemacht: Der Bau der Unterkunft für Asylsuchende an der Elisabethstraße wird fast um ein Drittel teurer. War die Verwaltung noch Ende 2014 von 650 000 Euro ausgegangen, werden es jetzt wohl 920 000 Euro werden, wie Detlef Bogs als Leiter des Fachdienstes Zentrale Gebäudewirtschaft auf Anfrage bestätigte.

Von Axel Roll
Der Neubau an der Elisabethstraße wird um ein Drittel teurer als ursprünglich geschätzt. Der Wohnblock wird jetzt wohl 920 000 Euro kosten.
Der Neubau an der Elisabethstraße wird um ein Drittel teurer als ursprünglich geschätzt. Der Wohnblock wird jetzt wohl 920 000 Euro kosten. Foto: Axel Roll

Reinhard Froning wirft der Verwaltung vor, viel zu üppig gebaut zu haben. Als Beispiele nennt er die Dicke des Mauerwerks und elektrische Rollladen. Diese Darstellung weist Bogs weit von sich, muss aber eingestehen, dass sich seine Abteilung bei der Kostenschätzung auf Indizes der Bundesstatistik zum Wohnungsbau verlassen habe, „die im nachhinein einfach nicht passten“. Der Fachdienstleiter wörtlich: „Falsch gemacht haben wir nichts, wir haben aber zu tief gegriffen.“ Mit der Folge, dass die im Haushalt bereitgestellten Summen mehrfach nach oben korrigiert werden mussten.

Ein weiterer Grund für die Verteuerung um rund 270 000 Euro sind nach Darstellung des Fachdienstleiters die ständig verschärften Bauvorschriften, wie zum Beispiel die Energiesparverordnung. Danach musste für jeden Raum eine Lüftung eingebaut werden. 20 000 Euro koste allein dieser Posten. Die von Froning genannten elektrischen Rollläden begründet Bogs damit, dass die Gurte bei manuellen Verdunkelungen häufig reißen und damit unverhältnismäßig hohe Reparaturkosten nach sich ziehen würden.

Ursprünglich war geplant gewesen, den Bau an der Elisabethstraße durch einen Generalunternehmer erstellen zu lassen. Die Angebote lagen mit rund 900 000 Euro verdächtig nahe an den jetzt tatsächlich entstandenen Kosten, erschienen damals Rat und Verwaltung aber als zu teuer – vor dem Hintergrund der ersten Schätzungen. Detlef Bogs ist sich sicher, dass das Bauen mit einem Generalunternehmer trotzdem teurer geworden wäre: „Da lägen wir jetzt wohl über eine Million.“

Die Anlieger, die nach Bekanntwerden der Planungen Sturm gelaufen waren gegen das Acht-Wohnungen-Objekt, hatten übrigens schon Anfang vergangenen Jahres die Kalkulation der Verwaltung massiv in Zweifel gezogen und vorausgesagt, dass die Unterkunft erheblich teurer als die 650 000 Euro werde.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4318202?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F