Kandidatensuche für Jugendbeirat startet jetzt Alle jungen Steinfurter bekommen Post

Steinfurt -

3676 Briefumschläge haben sie von montags mittags bis abends befüllt. Flyer, Wahlbenachrichtigung, Formulare. Alle Jugendlichen in Steinfurt, die zwischen zwölf und 21 Jahre alt sind, werden so ein zusätzlich mit viel Optimismus gefülltes Kuvert in den nächsten Tagen im Postkasten finden.

Von Axel Roll
Wollen der Jugend Gehör verschaffen: Jugendpfleger Klaus Priggen, Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und ihre Mitstreiter hoffen darauf, dass sich möglichst viele Jugendliche künftig einbringen.
Wollen der Jugend Gehör verschaffen: Jugendpfleger Klaus Priggen, Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und ihre Mitstreiter hoffen darauf, dass sich möglichst viele Jugendliche künftig einbringen. Foto: Axel Roll

Wenn sich bis zum 23. Oktober 16 Altersgenossen finden, die sich als Kandidat für den ersten Jugendbeirat der Stadt aufstellen lassen, dann hat die Arbeit von Lukas Eichler und seinen Mitstreitern Erfolg gehabt. Allerdings sind die engagierten Jugendlichen, die mit Stadtjugendpfleger Klaus Priggen und Ute Kriens die Wahl vorbereitet haben, noch lange nicht am Ziel . . . „Wir müssen am Ball bleiben“, weiß Klaus Priggen, der schon diverse Versuche erlebt hat, in der Stadt eine Jugendvertretung zu etablieren, die bei politischen Entscheidungen mitsprechen möchte. Aber ans Scheitern möchte die Truppe, die jetzt das Heft des Handelns in die Hand genommen hat, gar nicht denken.

„Als wir uns bei der Vorbereitung überlegt hatten, wie wir die Jugend politisch beteiligen können, waren wir ganz schnell bei einem Beirat“, erläuterte der 17-jährige Lukas Eichler bei der gestrigen Vorstellung des Projekts. Angeschoben von den Fraktionen der GAL und der FDP , ausdrücklich unterstützt von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, die als Mitglied der What‘s-App-Gruppe immer über den neuesten Sachstand bei den Vorbereitungen informiert ist. Sie war es auch, die nach einem Treffen mit den Jugendlichen auf dem Spielplatz am Sandweg im Rathaus alles Notwendige eingestielt hatte. Stimmrecht wird der Jugendbeirat in den politischen Gremien der Stadt zwar nicht bekommen. „Die Meinung der Jugendlichen wird aber gehört, genau wie bei Senioren- und Behindertenbeirat“, erläuterte die Bürgermeisterin. „Vieles hat man als Erwachsener gar nicht auf dem Schirm“, hält sie die Beteiligung der jungen Erwachsenen für absolut notwendig.

Und auch wenn der Beirat noch nicht existiert – Themen haben die Jugendlichen schon genug. Ein Beispiel: „Seitdem das Memphis geschlossen hat, haben wir keine Disco mehr in Steinfurt .“ Und auch Treffpunkte gibt es kaum in der Stadt: „Auf den Spielplätzen stehen Schilder, die das Betreten nach 20 Uhr verbieten.“

Der Terminplan für die Beiratsgründung ist eng gesteckt. Die Wahlunterlagen gehen in den nächsten Tagen raus. Dann müssen sich 16 Kandidaten, die jeweils fünf Unterstützer brauchen, finden. Wichtig: Borghorst und Burgsteinfurt müssen in dem Gremium paritätisch mit je acht Mitgliedern vertreten sein. Am 2. und 9. November sollen sich die Bewerber ihrer Wählerschaft vorstellen, ehe die Jugendlichen am 15. bis 17. November ihr Kreuzchen machen können. Zwischendurch sollen die Kandidaten in Workshops fit für den Wahlkampf gemacht werden. Zu den Themen zählen Rhetorik und Sprache. Aber auch wie Politik vor Ort funktioniert, soll vermittelt werden.

Angst, dass sich die Mühen nicht lohnen und die Ratsherren und -damen im gesetzteren Alter die Meinung der Jugend nicht hören wollen, haben die Organisatoren übrigens nicht: „Wir wissen schon, wie wir uns Gehör verschaffen können.“

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