Benefizkonzert Nur einmal schien James Last durch

Saerbeck -

Manche Tannenbäume sind schon aus den Wohnzimmern geflogen, die Heiligen Drei Könige waren auch schon da, und das war es jetzt mit der weihnachtlichen Idylle? Nicht so in Saerbeck, wo die Friedensbotschaft der Feiertage quasi als Reminiszenz in Form des traditionsreichen Benefizkonzerts des Kolping-Blasorchesters und des Kirchenchors in der St.-Georg-Kirche musikalisch nachklang.

Von Tünde Kalotaszegi-Linnemann
Alle Beteiligten – Kolping-Blasorchester, Kirchenchor und das „ars musica ensemble“ – ernteten beim großen Finale in der St.-Georg-Kirche Beifallsstürme.
Alle Beteiligten – Kolping-Blasorchester, Kirchenchor und das „ars musica ensemble“ – ernteten beim großen Finale in der St.-Georg-Kirche Beifallsstürme. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Unter dem Motto „Mit und durch Musik helfen“ präsentierten sie gemeinsam mit dem, als „Meisterchor“ ausgezeichneten, „ars musica ensemble“ ein ansprechendes Programm, mit dem sie das zahlreich erschienene Publikum in dem noch festlich geschmückten Gotteshaus verwöhnten. Mit „Cassiopeia“ von Carlos Marques zeigten Uwe Krause und sein Orchester, wie hochwertige sinfonische Blasmusik klingen muss. „Boccherini’s Melodie“, die ein wenig an seichte James Last-Unterhaltung erinnerte, war beim Weihnachtskonzert in der Bürgerscheune weit besser aufgehoben, als in diesem Rahmen.

Gesangskultur auf hohem Niveau lieferte das „ars musica ensemble“ unter der Leitung von Alexandros Tsihlis, der in den Proben so lange an jedem Detail herumfeilt, bis auch jede Nuance stimmt. Ob in dem technisch höchst anspruchsvollen „God be in my head“ von John Rutter, Martin Asanders „Peace“ oder dem „Ave Maria“ von Rihards Dubra, so ein homogenes Klangbild mit feinsten Differenzierungen vom zarten pianissimo bis zum kraftvollen fortissimo innerhalb weniger Takte, ist selten zu hören. Blitzsaubere Intonation gehört genauso dazu wie größte Sensibilität im Umgang mit der Stimme. Die derzeitige Besetzung scheint dem Ensemble gut zu tun.

Feierlich und romantisch zugleich ging es mit „Adeste fidelis“, dem populären „Halleluja“ von Leonard Cohen und „Beethoven’s Romance“ der Kolping-Bläser weiter. Weihnachtliches Flair versprühte der Kirchenchor unter dem Dirigat von Christoph Brehm mit Kompositionen wie beispielsweise „Singt Jubellieder“ oder „Ich steh an Deiner Krippe hier“. Als eindrucksvolle Hymne intonierten die Sängerinnen und Sänger „Liebe kam zur Weihnacht“ mit viel Leidenschaft und Musizierfreude.

Das große Finale aller Beteiligten „Nun danket alle Gott“ sorgte für wahre Beifallsstürme. „Mittlerweile ist es das vierzehnte Benefizkonzert, das wir hier erleben dürfen und ein schöner Brauch, um zu helfen“, erinnerte Pfarrer Peter Czeglarek in seiner kurzen Ansprache an die Ursprünge der Tradition. Nach der Tsunami-Katastrophe vom 26.12.2004 war das Bedürfnis da, etwas aktiv zu tun. Seitdem laden das Kolping-Blasorchester und der Kirchenchor wechselnde Saerbecker Chöre zum gemeinsamen Konzert ein, um mit Hilfe dieser Spendengelder Projekte wie etwa in Rietavas, in Indien, Afrika oder auch vor Ort wie im Haus Hannah in Emsdetten zu unterstützen.

Der Erlös von 1200 Euro in diesem Jahr geht zum einen an die Partnergemeinde St. Theresa in Damongo/Ghana, die dringend Nahrung, Kleidung, Medikamente und nicht zuletzt Gelder für die Schulbildung benötigt und zum anderen an die eigene Gemeinde zur weiteren Renovierung der St.-Georg-Kirche.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5410728?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F