Verbrennungsanlage im Bioenergiepark: Emsdetten bedauert, aber: „Sind nicht auf Saerbeck angewiesen“ Klärschlammassel

Saerbeck -

Ökologisch ist das nicht: Obwohl Emsdetten seinen Klärschlamm auf die Äcker ausbringen dürfte (womit ab Januar 2017 aber grundsätzlich Schluss ist), wird er nach Ostdeutschland gekarrt; obwohl er, das machen Saerbeck und andere Kommunen im Kreis Steinfurt, im Ibbenbürener Kraftwerk oder bei Dyckerhoff in Lengerich verbrannt werden könnte. Damit aber soll 2025 ebenfalls Schluss sein, dann darf der Schlamm nur noch in – Vorsicht, Wortungeheuer: Klärschlammmo­no­verbrennungsanlagen entsorgt werden, weil nur so der wertvolle Phosphor aus dem Schlamm gerettet werden kann.

So weit, so gut, aber es kommt noch besser: Im Bioenergiepark will die Maxx­con so eine Anlage bauen und Ende 2018 in Betrieb nehmen. Die Lösung für Emsdetten ? Ganz im Gegenteil, sagt Helmuth Schäckel , Fachdienstleiter Technische Dienste und Infrastruktur im Emsdettener Rathaus: „Unser derzeit noch mit Kalk versetzte Schlamm könnte in Saerbeck nicht verbrannt werden. Und auch wenn wir, wie geplant, in Austum eine Klärschlammvererdungsanlage bauen, wäre der so behandelte Schlamm für die Saerbecker Anlage nicht geeignet.“

So weit, so schlecht, aber es kommt noch schlechter, denn Helmuth Schäckel bedauert, „dass die künftigen Betreiber zwar propagiert haben, sie wollten für die Region etwas tun und natürlich zuerst Klärschlamm aus dem Kreis verwerten. Allerdings haben sie sich nicht einmal die Mühe gemacht, mal nachzufragen, welchen Bedarf man hier in der Region hat. Finde ich schade, denn wenn man umweltschonend entsorgen möchte, gehört dazu auch die Möglichkeit der kurzen Wege.“

Auch, dass die Maxxcon von langfristigen Verträgen, 20 Jahre und mehr, spreche, stößt Schäckel sauer auf: „Ich würde mich aufgrund der derzeitig gar nicht klaren Lage nicht auf 20 Jahre an einen Verbrenner binden.“ Helmuth Schäckel geht davon aus, dass in den kommenden Jahren noch etliche Monoverbrennungsanlagen gebaut werden: „Wir sind also nicht auf Saerbeck angewiesen.“

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