Warum ein Händler das Handtuch wirft Advent, Advent, ein Streit entbrennt

Saerbeck -

Detlef Eggemann wollte eigentlich wieder seinen Stand auf dem Adventsmarkt aufbauen, wie seit Jahren schon. Aber nun entbrennt ein Streit darüber, ob die Frottiersachen, die er anbietet, lediglich Frottiersachen sind oder, wie Eggemann behauptet, Kunsthandwerk. Es geht, wie so oft, natürlich wieder ums Geld.

Von Hans Lüttmann
Nur Frottierware – oder doch Kunsthandwerk? Detlef Eggemann sagt „Kunsthandwerk“, Carsten Ausmann „Frottierware“ – ein Streit um Flausch und Standgebühren.
Nur Frottierware – oder doch Kunsthandwerk? Detlef Eggemann sagt „Kunsthandwerk“, Carsten Ausmann „Frottierware“ – ein Streit um Flausch und Standgebühren. Foto: Ingrid

Der Stoff, aus dem der Streit entbrennt, ist weich und flauschig und eigentlich fürs Wohlfühlen erfunden worden: für Waschlappen, Handtücher und Bademäntel. Detlef Eggemann macht aus diesen Frottiersachen aber noch etwas ganz anderes: Seit über 20 Jahren faltet, legt und steckt der Bürener daraus Kätzchen, Pilze, Schornsteinfeger und andere Figuren, steckt ihnen Hut und Federn oder Mäuseschwänzchen an und verkauft sie auf Kram- und Weihnachts- und Adventsmärkten – bis dahin auch in Saerbeck . „Aber das ist nun Geschichte“, bedauert Eggemann und ärgert sich über den Saerbecker Verkehrsverein, von dem er sich über den Tisch gezogen fühlt und deshalb jetzt das Handtuch wirft.

„Den Adventsmarkt in Saerbeck bereisen wir, mit Ausnahme 2014, seit etlichen Jahren“, sagt Detlef Eggemann, „und bis 2013 bezahlten wir für unseren Stand 98 Euro Gebühren. 2015 wollte man uns 320 Euro berechnen, nach einem Gespräch mit Carsten Ausmann zahlten wir dann 134 Euro.“

Dazu muss man wissen, dass die Gebührenordnung für den Adventsmarkt zwischen Kunsthandwerk und Handarbeit auf der einen und allgemeinem Warensortiment unterscheidet: Kunsthandwerker und Handarbeiter zahlen demnach pro Quadratmeter sechs Euro Standgebühr, die Wiederverkäufer zehn Euro.

Eggemann beklagt nun, dass „wir uns wie in all den anderen Jahren mit Falt- und Steckkunst aus Frottierewaren , mit Kunsthandwerk also, angemeldet haben. Bestätigt wurde das aber mit dem Begriff Frottierwaren – obwohl der Verkehrsverein es doch besser weiß.“

Die geforderten 320 Euro für anderthalb Markttage sind Eggemann zu viel, schließlich reist er aus dem Raum Paderborn nach Saerbeck an – und pocht darauf, Kunsthandwerker zu sein. Zum Vergleich führt er Standgebühren in Nottuln („Drei Tage für 112 Euro“) und Billerbeck („Zwei Tage für 120 Euro“) an.

Carsten Ausmann, dem Eggemann vorwirft, ihm „nur den höheren Betrag aufs Auge drücken zu wollen“, verweist auf „unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Zulassungsrichtlinien und unserer Gebührenordnung.“

Wer sie nachlesen will, findet die Dokumente auf der Homepage des Verkehrsvereins: www.saerbecker-adventsmarkt.de/adventsmarkt-2016/. Ansonsten sagt Ausmann: „Zu Ihrer Frage, zu unseren allgemeinen Geschäftstätigkeiten, nehmen wir vom Geschäftsführenden-Vorstand keine Stellung.“

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