Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Herausforderung aus Lengerich angenommen

Saerbeck -

Die Zahlen sagen, dass die geplante Gesamtschul-Neugründung in Lengerich und Tecklenburg durch einen Einspruch aus Saerbeck nicht zu verhindern ist. Deshalb empfahl der Schulausschuss jetzt, das Okay dafür zu geben, aber einer später denkbaren Erweiterung einen Riegel vorzuschieben. Man ist zuversichtlich, dass Erfolg und guter Ruf die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule trotz des weiteren Wettbewerbers um Fünftklässler weiter tragen.

Von Alfred Riese
Ein Bild aus alten Tagen: Beim Info- und Schnuppertag im Jahr 2013 passen kaum alle interessierten Eltern und ihre Viertklässler in das große Forum der Saerbecker Gesamtschule, die Jahre lang viel mehr Anmeldungen als Plätze hatte.
Ein Bild aus alten Tagen: Beim Info- und Schnuppertag im Jahr 2013 passen kaum alle interessierten Eltern und ihre Viertklässler in das große Forum der Saerbecker Gesamtschule, die Jahre lang viel mehr Anmeldungen als Plätze hatte. Foto: Alfred Riese

Der Drops scheint gelutscht, auch wenn er vielen im Schulausschuss nicht wirklich schmeckte. Lengerich , Tecklenburg und Lienen sollen aus Saerbeck das „Go“ für ihre geplante Neugründung einer insgesamt sechszügigen Gesamtschule bekommen. Dafür hoben alle Ausschussmitglieder einstimmig die Hand, das letzte Wort hat der Rat am nächsten Donnerstag.

Schulamtsleiter Guido Attermeier und Schulentwicklungsplaner Tilman Bieber (Büro Gebit, Münster) konnten aus den prognostizierten Fünftklässler-Potenzialen und Anmeldezahlen keine Bestandsgefährdung der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) ableiten, die eine ablehnende Stellungnahme getragen hätte. Der Blick richtet sich nun in die Zukunft und auf die letzten beiden gesamtschullosen Kommunen in der Nachbarschaft, Ladbergen und Emsdetten. „Wir sollten uns der Herausforderung stellen, und ich glaube, dass die Schülerschaft, das Kollegium und die Eltern da mitziehen“, sagte MKG-Leiter Karl Watermann.

Er stellte fest, „die Zahlen sagen eindeutig, dass wir die neue Schule nicht verhindern können“, und erneuerte gleichzeitig die Aussage, dass die MKG auf auswärtige Schüler angewiesen bleibt, um ihre 116 Plätze im fünften Jahrgang zu füllen. An der MKG werde bereits die Öffentlichkeitsarbeit an die zukünftige, verschärfte Wettbewerbssituation angepasst. „Die beste Öffentlichkeitsarbeit ist aber der gute Ruf, und der ergibt sich aus der Arbeit der Schule“, setzte Watermann den Schwerpunkt.

Ein Ergebnis der Schulentwicklungsplanung des Gründer-Trios und der Befragung von Dritt- und Viertklässlereltern ist die Prognose, dass ab dem nächsten Jahr bis zu 13 Anmeldungen aus dem Bereich der neuen Schule und Ladbergen wegfallen könnten, danach werden es wieder etwas mehr. Die Anmeldezahlen für die 116 Plätze der MKG würden demnach von teilweise deutlich über 200 (noch bis 2013) sinken auf bis zu 110 (2017) und 121 (2018). Kritisch würde es für die MKG bei weniger als 100 Anmeldungen. Zugleich rechnet das Lengericher Beratungsbüro Dr. Garbe & Lexis (Leverkusen) für die neue Gesamtschule aber auch teils deutliche Anmeldeüberhänge hoch. Es könnte also auch ab dem nächsten Jahr regional mehr Elternwünsche nach einem Gesamtschulplatz geben als Plätze. Die Elternbefragung hat bereits gezeigt, dass bei Saerbecker Grundschuleltern die MKG immer höher im Kurs steht – vielleicht auch, weil es für den aktuellen fünften Jahrgang mit einer Gesamtanmeldezahl von 138 erstmals keine Ablehnungen für Saerbecker gab.

Nichts desto trotz will sich Saerbeck nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. „Keine Bedenken“ hat der Schulausschuss nur, wenn das Gründer-Trio sich verpflichtet, „künftig keine weiteren Züge der insgesamt sechszügigen Gesamtschule zu beantragen“. Insbesondere soll der Standort Lengerich vierzügig bleiben. Man müsse eine „Eigendynamik“ verhindern, wenn an der neuen Schule die 150 Plätze nicht reichen, mahnte auch Saerbecks Schulplaner. Mit jeder zusätzlichen Klasse dort steige die Gefahr für die MKG, das könne Saerbeck bei der demografischen Entwicklung sich nicht leisten. Tilman Bieber riet, nach Ladbergen zu signalisieren, dass die Aufnahmechancen an der MKG besser seien als in Lengerich. In Emsdetten sollte es leicht sein, Gesamtschüler für die MKG zu überzeugen, sagte er.

Bürgermeister Wilfried Roos stellte fest, dass Saerbeck bereits vor einem Jahr einer neuen, damals vierzügig geplanten Gesamtschule in Lengerich zugestimmt habe und wies Aussagen über einen plötzlichen Kurswechsel zurück. Man ziehe Schlussfolgerungen aus den jetzt vorliegenden Zahlen. Hermann Stubbe (Grüne) freute sich über den gefundenen Konsens, den er immer schon so angestrebt habe. Er sei „zuversichtlich, dass die MKG dank ihrer sehr guten Arbeit keine Probleme bekommt“, während regional mehr Schüler und Eltern ihren Gesamtschulwunsch erfüllt bekämen.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4320311?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F