„Fake-Account“ Münsters „falsche Polizei“ bei Twitter enttarnt

Münster -

Polizei ist nicht gleich Polizei. Das muss man heutzutage leider immer öfter feststellen. Auch die „Internet-Polizei“ macht da keine Ausnahme. Das rief nun die Polizei Münster auf den Plan - sie musste einen "falschen Kollegen" im Online-Verkehr „verwarnen“…

Von Mirko Ludwig
„Fake-Account“: Münsters „falsche Polizei“ bei Twitter enttarnt
So sieht der Twitter-Account der Polizei Münster aus - gekennzeichnet durch einen blauen Haken. Foto: Gunnar A. Pier

Falsche Identitäten werden von Betrügern benutzt, um arglose Menschen zu hintergehen. In der jüngeren Vergangenheit wurden immer häufiger - beispielsweise per Telefon und Vorspiegelung falscher Tatsachen bei persönlichen Begegnungen - solche Betrugsmaschen angewendet, um an das Geld anderer zu gelangen .

Auch das Internet ist ein Bereich, in dem Täuschungsmanöver gern durchgezogen werden. In diesem aktuellen Fall jedoch nicht, um finanziellen Gewinn zu machen. Doch die Glaubwürdigkeit der Polizei wurde aufs Spiel gesetzt.

Erster Vorfall 2012

Bereits 2011 hatte ein Münsteraner im sozialen Netzwerk Twitter den Account „PolizeipresseMS“ angelegt, der den Anschein erweckte, dass hier die münsterische Polizei Meldungen absetzen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Beamten diesen Weg, die Öffentlichkeit mit Informationen zu versorgen, aber noch gar nicht beschritten.

Zunächst fiel der „Fake-Account“ nicht weiter auf, bis 2012 über diesen Kanal eine Nachricht verbreitet wurde, auf die die „echte“ Polizei aufmerksam wurde und dagegen vorging. Diese Mitteilung wurde daraufhin Twitter gemeldet - mit dem Hinweis, dass nicht Münsters Polizei der Verfasser der Meldung sei, erzählt Polizeisprecher Andreas Bode.

Die Folge: Der Tweet wurde wenig später tatsächlich entfernt. Seit 2013 ist die Polizei Münster mittlerweile selbst bei Twitter mit einem eigenen Account vertreten - unter anderem, um dem Phänomen derartiger Falschmeldungen entgegenwirken zu können.

Politisches Statement nach Amokfahrt

Nach dem Vorfall von 2012 fiel der „Fake-Account“ erstmal nicht mehr negativ auf, da nur Pressemitteilungen der „echten“ münsterischen Ordnungshüter darüber verbreitet wurden. Zumindest bis vor wenigen Tagen…

Kurz nach der Amokfahrt in Münster wurde über den privaten Account ein Tweet zum Thema abgesetzt, in welchem US-Präsident Donald Trump kritisiert wurde. Mit ihm an der Macht würde die „Welt kein bisschen sicherer“. Viele schrieben diese Botschaft fälschlicherweise der Polizei Münster zu und wunderten sich über die politische Stellungnahme. Aus Sicht der münsterischen Beamten war eine Grenze überschritten, sodass eingegriffen werden musste.

Einsichtig und kooperativ

„Schließlich ist die Polizei der Neutralität verpflichtet“, betont Andreas Bode. Das ist der Grund dafür, dass gegen den aktuellen Tweet vorgegangen wurde. Über Twitter wurde Kontakt zum Betreiber des anderen Accounts aus Münster aufgenommen, das Gespräch verlief erfreulich aus Sicht der Beamten. „Wir konnten uns schnell einigen, der Münsteraner zeigte sich einsichtig und sehr kooperativ“, berichtet Bode.

So wurde der neue Tweet gelöscht - und zugleich der „Fake-Account“ umbenannt, sodass dieser nicht mehr mit der münsterischen Polizei in Verbindung gebracht werden kann.

Nutzern des sozialen Netzwerkes Twitter rät Polizeisprecher Andreas Bode, im Zweifel immer darauf zu achten, ob vermeintliche Accounts von Institutionen wie zum Beispiel der Polizei mit einem blauen Haken versehen sind, wodurch dessen die Echtheit bestätigt wird.

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