Lewe zur Gefühlslage der Stadt Zwischen Trauer und Dankbarkeit

Münster -

Es gibt Ereignisse, auf die kann man sich auch als Oberbürgermeister nicht vorbereiten. Dazu gehören ein Jahrhundertregen – aber auch eine Amokfahrt.

Von Klaus Baumeister
Ernst und konzentriert wirkte Oberbürgermeister Markus Lewe bei der Pressekonferenz zu der Amokfahrt.
Ernst und konzentriert wirkte Oberbürgermeister Markus Lewe bei der Pressekonferenz zu der Amokfahrt. Foto: Oliver Werner

Bewusst zog Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe bei seiner Pressekonferenz am Dienstag im Rathaus eine Parallele zwischen dem 28. Juli 2014 und dem 7. April 2018.

„Die Stadt steht in der Trauer zusammen“, beschrieb er die Gefühlslage in Münster drei Tage nach der unfassbaren Amokfahrt, bei der ein 48-Jähriger zwei Menschen tötete und 25 verletzte.

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Die Stadt steht in der Trauer zusammen.

Markus Lewe

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Aber es sei auch eine „unglaubliche Welle der Hilfe“ durch die Stadt gegangen, lenkte Markus Lewe in bewegenden Worten den Fokus auf die Menschenschlangen, die sich vor dem Uni-Klinikum bildeten, als die Ärzte zu Blutspenden für die Verletzten aufriefen.

"Unglaubliche Welle der Hilfe"

Das habe ihn sehr an die Nachbarschaftshilfe und die per Facebook organisierten Hilfseinsätze nach dem Starkregen im Juli 2014 erinnert, als Gruppen in Eigenregie vollgelaufene Keller räumten und Menschen halfen, denen der Regen die Wohnung zerstört hatte.

Lewe wurde nach eigenem Bekunden während einer Fahrradtour in den Rieselfeldern über die Amokfahrt informiert. Im Büro habe er sich rasch sein schwarzes Jackett angezogen und sei dann zum Tatort geeilt.

Emotionale Begegnungen

Als sehr emotional schilderte der Oberbürgermeister seine Begegnungen mit Patienten, die bei der Amokfahrt verletzt wurden, sowie das Treffen mit den Mitarbeitern der beiden Kiepenkerl-Restaurants.

Der Oberbürgermeister nutzte die Pressekonferenz nachdrücklich, um den Hilfskräften und Mitarbeitern in den Krankenhäusern zu danken. Auch die „vielen Hilfeangebote anderer Städte“ und die Worte der Anteilnahme, die aus aller Welt eingetroffen seien, hätten ihn tief berührt.

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