Rosenmontagszug Wohl keine Pferde mehr im Zug

Münster -

Der Pferde-Unfall vom Kölner Rosenmontagszug alarmiert auch Münsters Karnevalisten. Tendenz: der nächste Zug ist ohne Pferde.

Von Ralf Repöhler
Rosenmontagszug: Wohl keine Pferde mehr im Zug
Rosenmontagszug 2018 in Münster. Foto: Matthias Ahlke

Sie waren gut 20 Jahre nicht beim Rosenmontagszug in Münster dabei: 15 Pferde des berittenen Fanfarenkorps aus Freckenhorst sorgten diesmal für den stimmungsvollen Aufgalopp des Rosenmontagszuges. Doch einen Tag nach dem Unfall vom Kölner Rosenmontagszug, bei dem Pferde durchgingen und vier Menschen verletzt wurden, diskutiert auch die Spitze des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval (BMK) über Tiere im Zug.

„Das berittene Fanfarenkorps war ein echtes Highlight. Wir erkennen allerdings die mögliche Gefahr“, sagt BMK-Präsident Dr. Helge Nieswandt. Er selbst hatte beim Zug in Münster gesehen, „wie ein Pferd zwei, drei Schritte ausgeschert ist“. Die BMK-Tendenz: der nächste Zug ist ohne Pferde.

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Kommentar

Purer Stress

Pferde im Karnevalsumzug sind heute nicht mehr zeitgemäß. Den Tieren wird damit kein Gefallen getan. Der Lärm, die Musik, Menschen, die mit Flaschen oder anderen Dingen werfen – all das verursacht Stress, der den Vierbeinern nicht zugemutet werden muss. Wagen können von Traktoren gezogen werden, und die Karnevalisten, die teils nur für den Rosenmontag in den Sattel steigen, dürfen im Umzug durchaus auf eigenen Beinen mitlaufen. Weil einige Karnevalisten mit den Tieren Nostalgie und Tradition vorgaukeln wollen, müssen viele Pferde leiden. Es mag stresserprobte Tiere geben, doch dafür ist eine lange Ausbildung erforderlich. Dass alle Umzugspferde diese mitgemacht haben, ist unwahrscheinlich. Und selbst dann kann es immer noch sein, dass einem Pferd die Nerven trotzdem durchgehen. In Köln ist es diesmal vergleichsweise glimpflich abgegangen. Wer nicht will, dass Schlimmeres passiert, der lässt die Pferde an am  Rosenmontag besser im Stall. (Marion Fenner)

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