Skulptur-Projekte 2017 Eine Schenkung und zwei Chancen

Münster -

(Aktualisiert) Welche Skulptur-Projekte haben eine Chance, in Münster zu bleiben? Der Kulturausschuss hat eine Liste zusammengestellt. Dabei gab es Überraschungen und erste Entscheidungen.

Von Gerhard Heinrich Kock
Himmlischen Masken
Die "Himmlischen Masken" von Hervé Youmbi bleiben in Münster, allerdings nicht am alten Überwasserfriedhof. Dort wurden sie bereits abgehängt. Foto: Matthias Ahlke

Die Kunstkommission hat sich für zehn Skulptur-Projekte entschieden, bei denen aus künstlerischer Sicht geprüft werden soll, ob und wie sie in Münster bleiben können. Und der Kulturausschuss hat gestern erstens die Liste ergänzt und zweitens einiges gestrichen.

Die guten Nachrichten zuerst: Die Masken von Hervé Youmbi wurden dem Landesmuseum geschenkt und bleiben in Münster, allerdings nicht im Außenraum. Die Videos von Koki Tanaka über die Frage „Wie zusammen leben“ wurden vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gekauft.

Neu auf die Liste kamen die Skulpturen von Hreinn Fridfjinnsson und Nicole Eisenman. Bei dem Haus vom Sternbuschpark hat sich der Künstler entschieden, ihm nun doch einen festen Platz zu geben – Münster zum Beispiel. Es gibt allerdings bereits einen Kaufinteressenten. Stadt oder LWL müssten also von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, um es zu behalten. Der Brunnen, den sich eine Privatinitiative wünscht, müsste von der Amerikanerin neu entworfen werden. Der Kulturausschuss signalisierte seine Zustimmung.

Die Verwaltung muss nun darüber hinaus mit folgenden Künstlern überlegen, wie deren Projekte dauerhaft wo und wie und für wie viel Geld erhalten oder dauerhaft realisiert werden können: die Soundinstallation von Emeka Ogboh vom Hamburger Tunnel, der Kamin-Grill von Oscar Tuazon am Hafengrenzweg, die Videoinstallation von Hito Steyerl aus der LBS und die Performance aus dem Friedenssaal von Alexandra Pirici. 

Erhaltenswert fänden zudem die Grünen John Knights Wasserwaage am Landesmuseum: „als Gegenpol zum LWL-Logo im Piene-Kunstwerk“. Von der Liste gestrichen wurden Matherlys „Nietzsche-Felsen“, Gerard Byrnes Video aus der Stadtbücherei, Michael Deans „Tender Tender“ im Lichthof, sowie die Performance von Xavier Le Roy. Das Landesmuseum überlegt noch, ob es das Schlager-Video von Wagner/deBurca „Bye Bye Deutschland! Eine Lebensmelodie“ kaufen will. Das ist allerdings eine Geldfrage. Der Kulturausschuss wollte es nicht.

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