Drogenumschlagsplatz Engelenschanze Polizeipräsident zufrieden mit Razzia-Bilanz

Münster -

27 Festnahmen in den letzten Wochen, der Park an der Engelenschanze soll wieder möglichst drogenfrei werden. Polizeipräsident Hajo Kuhlisch ist zufrieden mit den Ergebnissen der Razzia von Mittwochabend.

Von Ralf Repöhler
Razzia an der Engelenschanze
Razzia an der Engelenschanze Foto: Oliver Werner

Die Grünanlage an der Engelenschanze soll wieder möglichst drogenfrei werden. Polizeipräsident Hajo Kuhlisch zog am Tag nach der ersten Razzia in dieser Form an diesem Standort eine positive Einsatzbilanz. „Der ein oder andere wird sich überlegen, ob er dort wieder hingeht“, sagte Kuhlisch.

Eine Festnahme

Im Rahmen der Drogen-Razzia war es am Mittwochabend zur Festnahme eines 17-jährigen Iraners gekommen, der inzwischen dem Amtsgericht vorgeführt wurde. Der Richter erließ Haftbefehl. 16 weitere Männer im Alter von 17 bis 30 Jahren wurden überprüft, bei fünf wurden Betäubungsmittel gefunden. „Das Ergebnis zeigt die gute Vorarbeit. Wir hatten den harten Kern bereits vorher aus dem Verkehr gezogen“, sagte Kuhlisch.

Insgesamt waren in den vergangenen Wochen weitere 26 verdächtige Dealer – hauptsächlich aus Nordafrika – festgenommen worden, darunter zwei größere Fische. Sie sitzen allesamt in Untersuchungshaft. 142 Ermittlungsverfahren wurden durchgeführt, 41 Zielpersonen identifiziert.

Marihuana-Handel seit Juni

Seit Juni wird in dem Park an der Promenade und vor den Augen der Öffentlichkeit mit Marihuana gehandelt. „Das Unrechtsbewusstsein bei Käufern und Verkäufern ist schwach ausgeprägt“, bemängelte Kuhlisch.

Der Drogenhandel wird begleitet von weiteren Delikten wie Diebstahl, Raub, aber auch Körperverletzung. „Der Bereich wird insgesamt als unsicher wahrgenommen“, erklärte Kuhlisch das polizeiliche Einschreiten, das verdeckt bereits seit Monaten geschehe. So sei die Grünlage wochenlang intensiv beobachtet worden. Dabei kam es immer wieder zu punktuellen Festnahmen.

Zunächst verdeckt ermittelt

Die Polizei hat das Gesehene analysiert und dokumentiert, um Beweise zu sichern. Federführend dafür ist die Ermittlungskommission „Schanze“. Kuhlisch erklärte die Vorgehensweise: „Wir mussten erst verdeckt ermitteln. Jetzt ist die zweite Phase sichtbar geworden.“

Ziel sei es, dass sich die Bevölkerung den Park zurückholt. „Dort treibt eine gewachsene Gruppe ihre Geschäfte“, sagte der Polizeipräsident. So wie überall im Bahnhofsumfeld bleibe das Beobachten der Grünanlage an der Engelenschanze eine Daueraufgabe. Die Polizeipräsenz bleibe hoch.

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