Urlaubspläne zerstört Unfall-Opfer bleibt auf Stornierungskosten sitzen

Münster -

Ein Unfall hat die Urlaubspläne von Monika Schmidt zerstört. Sie musste die Ostsee-Reise stornieren und blieb auf den Kosten sitzen, weil sie den Unfallverursacher nicht kennt.

Von Martin Kalitschke
Seit ihrem Unfall am 21. September ist Monika Schmidt auf Krücken angewiesen. Ihren bereits bezahlten Urlaub konnte sie nicht antreten.
Seit ihrem Unfall am 21. September ist Monika Schmidt auf Krücken angewiesen. Ihren bereits bezahlten Urlaub konnte sie nicht antreten. Foto: Oliver Werner

Wäre alles gelaufen wie geplant, dann würde Monika Schmidt jetzt Urlaub auf der Ostsee-Insel Usedom machen und dort die Herbst-Tage genießen. Ihre Pläne wurden allerdings jäh durch einen Verkehrsunfall zerstört, und so sitzt Monika Schmidt jetzt in ihrem Wohnzimmer, neben ihr zwei Krücken, ohne die sie sich nur schwer fortbewegen kann. Ihren Urlaub musste sie stornieren, auf den Kosten blieb sie sitzen – weil sie nicht den Namen des Unfallverursachers kennt.

Von rechts überholt

21. September, 17.15 Uhr: Monika Schmidt fährt mit dem Rad den Bült entlang, will rechts in die Neubrückenstraße abbiegen. Plötzlich nähert sich von hinten ein Radfahrer und überholt sie von rechts. Es kommt zum Zusammenstoß, „irgendwie schaffte ich es, nicht auf den Boden zu stürzen“, erinnert sich die 72-Jährige.

Schon einmal einen schweren Unfall

Sie reagierte geschockt, schrie den Radfahrer an. „Ich hatte schon einmal einen schweren Unfall, wie ein Film lief er wieder in meinem Kopf ab.“ Der andere Radfahrer habe sich entschuldigt und nachgefragt, ob alles okay sei. „Ich hoffe es“, habe sie gesagt. Daraufhin sei der Unfallverursacher weitergefahren.

500 Euro Hotelkosten

Doch nichts war okay, wie sich kurz darauf herausstellte. „Als ich ein paar Schritte machte, spürte ich einen Schlag im Knie.“ Später wurde beim Arzt ein Schienbeinkopfbruch diagnostiziert. „Zum Glück musste ich nicht operiert werden“, sagt sie. Doch den gebuchten und bezahlten Urlaub nach Usedom musste sie absagen. Auf 80 Prozent der Hotelkosten, rund 500 Euro, blieb sie sitzen. Weil sie weder den Namen des Unfallverursachers kennt – noch die Polizei eingeschaltet hatte.

Bei Unfall Ausweisdaten austauschen

Ihre letzte Hoffnung: dass er sich freiwillig meldet. „Er ist maximal 30 Jahre alt, fuhr ein Mountainbike.“ An mehr kann sie sich nicht erinnern.

Fälle wie diesen gibt es immer wieder in Münster. Die Polizei rät daher dringend, bei einem Verkehrsunfall die Ausweisdaten auszutauschen. „Mit dem Smartphone kann man ja schnell ein Foto machen“, sagt Polizei-Sprecher Andreas Bode. Ist es nicht bei einem kleineren Blechschaden geblieben, sollte auf jeden Fall die Polizei gerufen werden – „um mögliche Ansprüche dokumentieren zu können“, wie Bode betont. Damit die Geschädigten nicht – wie Monika Schmidt – auf den Folgekosten sitzen bleiben.

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