Skulptur-Projekte 2017 Kunstkommission schlägt zehn Arbeiten zum Ankauf vor

Münster -

(Aktualisiert: 19.30 Uhr) Die Liste steht: Aus den 36 Kunstwerken der Skulptur-Projekte 2017 in Münster hat eine Kunstkommission zehn Arbeiten aus­gewählt, die dauerhaft verbleiben können.    

Von Gerhard Heinrich Kock
Nietzsche’s Rock von Justin Matherly steht auf der Ankauf-Liste.
Nietzsche’s Rock von Justin Matherly steht auf der Ankauf-Liste. Foto: Gerhard H. Kock

"Die weiteren Skulpturen stehen für einen Verbleib in Münster nicht mehr zur Diskussion,“ heißt es in der Beschlussvorlage, die am Donnerstag im Kultur­ausschuss diskutiert wird.

20 Werke nicht auf Dauer geeignet

20 Skulptur-Projekte waren laut Kunstkommission ohnehin nicht auf Dauer geeignet, und von den rest­lichen 16 Kunstwerken hielt die Kommission sechs für nicht empfehlenswert – darunter Lieblingsskulpturen wie den „Nuclear Temple“ von Thomas Schütte am Alten Zoo, die Wasserwaage von John Knight am Landesmuseum oder die Masken von Hervé Youmbi am Überwasserfriedhof. Folgende Skulptur-Projekte empfiehlt die Kunst­kommission:

Die 15-köpfige Kunstkommission besteht aus Vertretern des Landesmuseums, Westfälischen Kunstvereins, der Kunstakademien Münster und Düsseldorf, der Fachhochschule und der Universität sowie Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadt.

Erste Signale aus der Politik

Oberbürgermeister Markus Lewe betont, dass die Entscheidung darüber, welche der Skulpturen in Münster verbleiben sollen, bei der Politik liegen müsse. So gebe es erste Signale, unter anderem das Kunstwerk „Burn the Formwork“ im Hafen zu erhalten.

Lewe selbst gibt ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Skulptur-Projekte ab, die zum fünften Mal mit großem Erfolg stattgefunden und über 700. 000 Besucher nach Münster gelockt hätten. „Münster hat sich zu einem international anerkannten Standort zeitgenössischer Kunst entwickelt. Wir wollen mit dem LWL die Skulptur-Projekte im Jahr 2027 erneut durchführen“, spricht sich Lewe deutlich für den bisherigen Zehn-Jahres-Rhythmus aus. Kurator Prof. Kasper König hatte zuvor laut darüber nach­gedacht, diese Zeit-Taktung zu verändern. 

Kommentar: Doch noch Kontroversen?

Kasper König vermisste schmerzlich die Kontroversen bei den Skulptur-Projekten 2017. Was vielleicht auch an der Harmlosigkeit der Arbeiten lag. Jetzt hat die Kunstkommission eine ­Liste derjenigen Arbeiten vorgelegt, die zum Ankauf empfohlen werden. Die Kriterien? Scheinbar wurden diejenigen ausgewählt, die unter den Lieblingsskulpturen die geringste Zustimmung beim Publikum erhielten. Bleibt es dabei, wird es im öffent­lichen Raum nur ein Skulptur-Projekt von 2017 geben: den Grill. Das passt zur gesamten Ausstellung, die mit ihren verschiedenen Einschränkungen (zeitlich, räumlich, organisatorisch) ­ohnehin sehr museal ­umständlich in Erscheinung trat. Wer sich an die Skulptur-Projekte ­dieses Jahres anhand von Arbeiten erinnern möchte, muss also ins Museum. Früher war mehr Lametta – und mehr Öffentlichkeit.

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