Ausstellung der Künstlerin Christa Henn in St. Joseph Kunst aus Röntgenbildern

Münster -

Wenn die Sonne den Kirchenraum von St. Joseph an der Hammer Straße durchflutet, erfasst sie in diesen Tagen auch ein Ensemble von Röhren: Aus Röntgenbildern von Menschen hat die in Köln lebende Künstlerin Christa Henn diese Skulptur geschaffen.

Eine Gruppe Röntgenbilder und weitere Arbeiten von Christa Henn sind in St. Joseph zu sehen.
Eine Gruppe Röntgenbilder und weitere Arbeiten von Christa Henn sind in St. Joseph zu sehen. Foto: Petra Breuksch

Wenn die Sonne den Kirchenraum von St. Joseph an der Hammer Straße durchflutet, erfasst sie in diesen Tagen auch ein Ensemble von Röhren: Aus Röntgenbildern von Menschen hat die in Köln lebende Künstlerin Christa Henn diese Skulptur geschaffen. Seit Jahren sind Röntgenbilder für sie das Material, um in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung den Menschen im Ganzen zu erfassen. Die Röntgenbilder geben keine Auskunft über Geschlecht oder Hautfarbe, auch nicht über Religionszugehörigkeit oder Vermögensverhältnisse. Im Spannungsfeld von Intimität und Anonymität ist der Betrachter der Ausstellung von Christa Henn, die den Titel „Densatio“ trägt, eingeladen, andere, feinere Zugänge zu suchen.

2013 entstand eine Installation für die St.-Rochus-Kirche in Düsseldorf, in der 3500 Röntgenbilder einen hängenden Kranz im Kirchenraum bildeten. Die riesige Fläche jener Arbeit hat die Künstlerin nun für ihre Installation in der St.-Joseph-Kirche verwendet. Teilstücke sind zu überlebensgroßen Röhren geformt. Kleine goldene Felder sind locker über die gesamten Röntgenbildflächen verstreut. Das Material erzählt so von Vergänglichkeit und Verletztheit, aber auch von Entwicklung und Heilung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die zentrale Installation wird in der St.-Joseph-Kirche durch zwei andere Arbeiten von Christa Henn zu einem Dreiklang im Kirchenraum geweitet. Zusätzlich zu einem Bild mit dem Titel „Basic scapes VII“ von 1996, hinter dem Taufbrunnen, präsentiert die Künstlerin einen schmalen Streifen kleiner Tafeln, einen sogenannten Fries. „Konnex“, so lautet der Titel aus dem Jahr 1996/98, gehört in eine Reihe von Arbeiten, die das Motiv der Röntgenbilder mit Zement zusammenbringen.

Mit „Konnex“ und „Densatio“ kommen in der St.-Joseph-Kirche die älteste und bis heute jüngste Skulptur der Künstlerin zusammen. Die Position als aktuellste Arbeit muss „Densatio“ aber bald schon wieder aufgeben, ist doch seit Juli, also teilweise parallel zur Ausstellung in Münster, Christa Henns Skulptur für den Kirchenraum St. Bartholomäus in Paderborn zu sehen, die aus Anlass des 1000-jährigen Bestehens der Kapelle derzeit geschaffen wird.

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Die Ausstellung ist bis zum 20. August, täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr, außerhalb der Gottesdienstzeiten zu sehen. Führungen werden auf Anfrage an kolter-s@bistum-muenster.de organisiert.

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