Verdacht auf Untreue und Steuerhinterziehung Wieder Ermittlungen beim Pferdestammbuch

Münster -

(Aktualisiert: 18 Uhr) Knapp vier Jahre nach den Ermittlungen gegen das Westfälische Pferdestammbuch wegen des Verdachts der Unterschlagung und fragwürdiger Geschäftstätigkeiten steht der Züchterverein mit Sitz in Münster wieder im Mittelpunkt juristischer Untersuchungen.

Von Elmar Ries
Verdacht auf Untreue und Steuerhinterziehung : Wieder Ermittlungen beim Pferdestammbuch
Ralf Johanshon, Vorsitzender des Vorstandes (Bild) bestätigte die Ermittlungen gegen das Stammbuch und dessen Geschäftsführer Wilken Treu Foto: Jürgen Peperhowe

Am Donnerstag haben Beamte des Landeskriminalamtes die Geschäftsräume des Verbandes in Münster durchsucht und Beweismaterial sichergestellt.

Der Zuchtverein, der zurzeit knapp 8000 Mitglieder hat, teilt auf seiner Homepage mit, dass das Amtsgericht Münster die Durchsuchung wegen des „Verdachts der Untreue und Steuerhinterziehung“ im Zusammenhang mit Hengstverkäufen angeordnet habe. Ermittelt werde gegen den Verband und seinen Geschäftsführer Wilken Treu. Die Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich die Durchsuchung, äußerte sich darüber hinaus aber nicht. Das Pferdstammbuch und sein Geschäftsführer boten den Behörden ihre „Zusammenarbeit zur vollständigen Aufklärung“ an.

Wilken Treu Foto: Jürgen Peperhowe

Dem Vernehmen nach soll es bei den Auktionen zu Un­regelmäßigkeiten gekommen sein. Danach sollen sich Käufer und Verkäufer besonders teurer Hengste bereits vor der Versteigerung auf einen Preis geeinigt und das Geschäft dann entgegen den Auktionsstatuten am Verband vorbei abgewickelt haben. Die Verantwortlichen beim Pferdestammbuch hätten von dieser Praxis gewusst und das Vorgehen gebilligt. Konkret ermittelt die Anklage angeblich in zwei Fällen.

Der Verdacht gegen den Züchterverband hatte sich aus dem Ermittlungsverfahren gegen das NRW-Landgestüt in Warendorf ergeben. Im Zuge dessen war 2016 auch das Anwesen ei­nes Züchters aus dem Emsland durchsucht worden, der dem Landgestüt zahlreiche Pferde verkauft hatte. Dieser Mann hatte sich auch an Auktionen des Pferdestammbuches beteiligt. In bei ihm beschlagnahmten Un­terlagen fand sich Material, das das Stammbuch offenbar belastet

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