Freies Musical-Ensemble zeigt deutsche Erstaufführung von „Imagine This“ Hoffnung ist die Hauptdarstellerin

Münster -

cht Jahre lang hat sich das Freie Musical-Ensemble (FME) Münster um die Rechte für die deutsche Erstaufführung des Musicals „Imagine This“ bemüht. 2014 erfolgte der Zuschlag, Anfang des Jahres begannen die Proben.

In einer Tanzszene besingt die Sklavin Salome (Katharina Datan, Mitte) ihr Schicksal als Gefangene der Römer.
In einer Tanzszene besingt die Sklavin Salome (Katharina Datan, Mitte) ihr Schicksal als Gefangene der Römer. Foto: H.Schelling

Acht Jahre lang hat sich das Freie Musical-Ensemble (FME) Münster um die Rechte für die deutsche Erstaufführung des Musicals „Imagine This“ bemüht. 2014 erfolgte der Zuschlag, Anfang des Jahres begannen die Proben. Nach monatelanger Vorbereitung feiert das Musical aus der Feder des israelisch-amerikanischen Komponisten Shuki Levy am Freitag (28. Oktober) seine Premiere.

Erzählt wird die Geschichte von Daniel Warshowsky (Leiter einer Theatergruppe im Warschauer Ghetto) kurz vor Beginn der Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka. Warshowsky inszeniert ein Theaterstück über die Felsenfestung „Masada“, das von der Belagerung der Juden durch die Römer handelt. Mit der Geschichte über den Widerstand des eigenen Volkes will er den Ghettobewohnern – aber auch seinem Ensemble und seiner Familie – Mut und Hoffnung geben und ihnen helfen, der schrecklichen Realität mit Hilfe der Fantasie zu entfliehen.

Vieles hat das über 100 Mann starke Ensemble für diese Produktion auf sich genommen: Nächte wurden durchgemacht, um den Bühnenszenen den letzten Feinschliff zu geben, unzählige Stunden wurde nach Feierabend und an Wochenenden geprobt sowie ein fast drei Meter hohes Bühnenbild aufgebaut, das eine zusätzliche Spielebene bietet.

Die Inszenierung unterscheidet sich sehr von den bisherigen Produktionen des FME: Der Fokus liegt nicht auf opulenten Kostümen oder einer effektgeladenen Show mit aufwendigen Tanzchoreographien. „Die Menschen und ihre Schicksale stehen mehr als sonst im Vordergrund. Authentische Emotionen zu zeigen und mit dem historischen Hintergrund sensibel umzugehen, ist unsere oberste Priorität“ erklärt Regisseurin Canan Toksoy . „Wir wollen und wir dürfen nichts beschönigen. Wir sind der Geschichte schuldig, die Geschehnisse so authentisch wie möglich zu erzählen“ so Ensembleleiter Ingo Budweg in einer Pressemitteilung.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik ist für die Darsteller emotional fordernd, und nicht selten werden in den Szenen auch echte Tränen vergossen. Eine witzige und lebensfrohe Szene kann von einer Sekunde auf die andere beklemmend werden. Doch neben Ausgrenzung, Verzweiflung, Gewalt und Todesangst ist das zentrale Thema in „Imagine This“ die Hoffnung. Sie ist die wahre Hauptdarstellerin.

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Premiere ist am Freitag (28. Oktober) um 19.30 Uhr im Waldorf-Konzertsaal, Rudolf-Steiner-Weg 11; elf weitere Aufführungen folgen. Karten (26 / 22 Euro) gibt es bei Münster-Marketing im Stadthaus 1 ( ✆ 492 27 10) oder online. 

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