Ausstellung der kfd zum 100-Jährigen im Kreuzgang des Domes Frauen, Macht und Bibel

Münster -

Die Besucher dieser Ausstellung können auf kurzer Strecke eine Vielzahl faszinierender biblischer Frauenpersönlichkeiten kennenlernen und dabei zugleich einige Vorurteile über Frauen im allgemeinen und das Frauenbild in der Bibel abbauen.

Von Gerhard H. Kock
Gerechtigkeit: Hier illustriert Migdalia Castillo-Gerding eine Stelle aus dem Alten Testament: Töchter sollen auch erbberechtigt sein sowie eigenen Grund und Boden haben dürfen.
Gerechtigkeit: Hier illustriert Migdalia Castillo-Gerding eine Stelle aus dem Alten Testament: Töchter sollen auch erbberechtigt sein sowie eigenen Grund und Boden haben dürfen. Foto: Kock

Die Ausstellung liegt ein wenig versteckt hinter mächtiger Tür. Zum 100-jährigen Bestehen des kfd-Diözesanverbandes hat die Frauengemeinschaft im Kreuzgang des St.-Paulus-Doms einen Kunstparcours mit dem Titel „Frauen.Macht. Bibel .“ aufgestellt. 33 Bibelstellen waren im Vorfeld aus dem Alten und dem Neuen Testament ausgewählt worden, in denen Frauen eine zentrale Rolle spielen. Vorgegeben war ebenfalls das Format der Arbeiten – Prozessionsfahnen auf eigens dafür gefertigten Ständern.

Die Ausstellungsbesucher können nun auf kurzer Strecke eine Vielzahl faszinierender biblischer Frauenpersönlichkeiten kennenlernen und dabei zugleich einige Vorurteile über Frauen im allgemeinen und das Frauenbild in der Bibel abbauen. Gezeigt werden Frauen als Bewahrer des Lebens wie die Hebammen in Ägypten , die nicht dem König gehorchten, sondern Gott und daher nicht wie befohlen die Knaben töteten; Frauen, die sich zu freuen verstehen, wie die Prophetin Mirjam; Frauen wie die Prophetin Debora, die als Richterin (in patriarchalischer Zeit) eine wichtige politische Funktion inne hatte und sich mutig zeigte; Frauen wie Hulda, die ihren mächtigen Zorn über gottloses Verhalten herabbeschwor; Frauen wie die Königin Waschti, die selbstbewusst auf ihrer Selbstbestimmung beharrte und dafür Strafe in Kauf zu nehmen bereit war. Aber auch ganz frauliche Themen wie das monatliche Leiden (im Markus-Evangelium) oder schwesterlicher Streit über Haushalt und Bildung (Marta und Maria) kommen zur Sprache, werden illus­triert und kommentiert.

Die Künstlerinnen haben auf den Quilts die Bibelstellen nicht nur illustriert. Mit Metaphern und Zitaten geben sie den Geschichten teilweise eine Richtung: Vera Schafmeister fügt einer Stelle im Lukas-Evangelium ein Zitat von Lene Mayer-Skumanz hinzu. Die Schriftstellerin bittet: „Komm, Heiliger Geist, es gibt Arbeit für dich.“ Und darüber stehen kritische Fragen: „Das Ei wird längst vom Stachel der Profitgier gepikst, wenn für seine Erzeugung das Huhn vergewaltigt wird.“ Und Migdalia Castillo-Gerding stellt das Zeichen für Gleichberechtigung mahnend unter das Symbol für Gerechtigkeit.

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Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober montags bis samstags von 6.30 bis 19 Uhr sowie sonntags von 6.30 bis 19.30 Uhr zu sehen.

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