Plakate werben für Abstimmung Verkaufsoffene Sonntage: Initiatoren des Bürgerentscheids starten Kampagne

Münster -

Nun ist der Bürgerentscheid über die verkaufsoffenen Sonntage auch im Stadtbild angekommen. Die Initiatoren der Volksabstimmung sind dabei, verteilt über das Stadtgebiet 1100 Plakate aufzuhängen. Am Samstag soll die Werbung zur Stimmabgabe am 6. November in allen Stadtteilen angekommen sein.

Von Karin Völker
Die Plakate hängen: Die Initiatoren des Bürgerentscheids haben ihre Kampagne gestartet, um möglichst viele Münsteraner zur Stimmabgabe zu motivieren.
Die Plakate hängen: Die Initiatoren des Bürgerentscheids haben ihre Kampagne gestartet, um möglichst viele Münsteraner zur Stimmabgabe zu motivieren. Foto: Matthias Ahlke

Drei Motive werben dafür, dass es in Münster künftig keine Sonntage mit geöffneten Geschäften geben sollte. Der gemeinsame Slogan lautet: „Lasst den Sonntag in Ruhe.“

Entworfen hat die Plakate ein münsterisches Gestaltungsbüro im Auftrag der Kräfte, die hinter dem Bürgerentscheid stehen, erklärt Bernd Bajohr , Geschäftsführer der Gewerkschaft Verdi , der stärksten Triebkraft der Aktion. Verdi hat zusammen mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), dem Evangelischen Kirchenkreis und einigen der Parteien, die den Bürgerentscheid unterstützen, die Kampagne finanziert. Auf den Plakaten tauchen die Urheber nicht auf – das Anliegen steht für sie im Vordergrund, so Bajohr.

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Die rund 20 000 Euro Kosten für die Plakate entsprächen nicht einmal zehn Prozent der Summe, die der Bürgerentscheid die Stadt koste, rechtfertigt Bajohr. Die Gewerkschaft Verdi verfüge für solche Fälle über einen „Aktions- und Kampagnenfonds“.

Weitere Bausteine der Kampagne

Neben den Plakaten wollen die Kämpfer gegen die verkaufsoffenen Sonntage mit einem Großtransparent am Paul-Gerhardt-Haus an der Eisenbahnstraße und eventuell mit Zeitungsanzeigen und Radiospots werben, skizziert Bajohr weitere Bausteine der Kampagne. Verdi werde seine sämtlichen Mitglieder in Münster anschreiben. Der Evangelische Kirchenkreis werde mit den Gemeindebriefen 50 000 Infoflyer an münsterische Haushalte verteilen.

Für den 28. Oktober planen die Initiatoren eine Podiumsdiskussion in der VHS am Aegidiimarkt zum Thema, zu der auch die Vertreter des Handelsverbandes Münster und der „Initiative Starke Innenstadt“ der Kaufleute eingeladen seien. Sie sind Fürsprecher der verkaufsoffenen Sonntage.

Bürgerentscheid: Der Wortlaut

„Soll der Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 11.5.2016 über das Offenhalten der Verkaufsstellen aufgehoben werden und damit- am 2. Advent der Jahre 2016 bis 2019 in der Altstadt/Bahnhofsviertel und entlang eines Teils der Hammer Straße,- und am 1. Advent des Jahres 2016 in Teilen des Ortsteils Hiltrup,- und anlässlich von Hansetag und Herbstsend in den Jahren 2017-2019 in der Altstadt/Bahnhofsvierteleine Öffnung von Verkaufsstellen am Sonntag in der Zeit von 13-18 Uhr nicht erlaubt werden?“

 

„Flash-Mob“ im Wahllokal 

Michael Radau, Vorsitzender des Handelsverbandes, lässt sich für die Podiumsdiskussion wegen anderer Termine entschuldigen, wie er sagt. Die Kaufleute als Fürsprecher der offenen Sonntage verzichten laut Radau darauf, mit einer eigenen Kampagne zu werben. „Wir versorgen die Händler in Münster mit Infomaterial, damit sie nach Bedarf auf Fragen von Kunden eingehen können“, erklärt Radau.

Unterdessen wird im Wahllokal in der Stadthausgalerie im Stadthaus 1 abgestimmt . Für den Samstag (15.10.) rufen Verdi und die übrigen Initiatoren zu einem „Flash-Mob“ ins Wahllokal auf. Bajohr: „Wir wollen zeigen, dass vielen Münsteranern der freie Sonntag am Herzen liegt.“

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