Leihgabe für Ausstellung Berliner Henry-Moore-Skulptur steht nun in Münster

Münster -

Eine monumentale Skulptur des britischen Künstlers Henry Moore, die sonst in Berlin steht, traf am Mittwoch in Münster. Vor dem Landesmuseum wirbt sie für dessen nächste Sonderausstellung.

Von Martin Kalitschke
Die monumentale Skulptur „The Archer“ von Henry Moore traf am Mittwochvormittag in Münster ein. Bis März kann sie auf dem Vorplatz des Landesmuseums an der Rothenburg bewundert werden.
Die monumentale Skulptur „The Archer“ von Henry Moore traf am Mittwochvormittag in Münster ein. Bis März kann sie auf dem Vorplatz des Landesmuseums an der Rothenburg bewundert werden. Foto: Oliver Werner

38 Jahre stand die 2,6 Tonnen schwere Bronze-Skulptur „The Archer“ vor der Neuen Nationalgalerie, nun hat sie – zum ersten Mal überhaupt – Berlin verlassen. Am Mittwoch wurde die bedeutende Plastik des britischen Künstlers Henry Moore vor dem Landesmuseum für Kunst und Kultur an der Rothenburg aufgebaut. Anlass ist die Sonderausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“, die am 11. November startet.

Unverpackt wurde die Skulptur von einem Tieflader angeliefert. „Sie gehört zu den wichtigsten Arbeiten Moores. Ich bin begeistert“, schwärmte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale – und bedankte sich für das Vertrauen, dass die Nationalgalerie in Münster setzt, schließlich ist das Kunstwerk heute viele Millionen Euro wert.

Auf der Rothenburg steht die Plastik – wie in Berlin – ungeschützt. Damit ihr nichts zustößt, hat das Landesmuseum extra ein Sicherheitskonzept entwickelt. Dazu gehört, dass sie bis zum Ende ihres Münster-Gastspiels im März auch nachts bewacht wird.

Moore schuf „The Archer“ 1964/1965. Als für die nach den Plänen von Mies van der Rohe errichtete Neue Nationalgalerie eine Skulptur gesucht wurde, habe sich der Künstler persönlich dafür eingesetzt, dass „The Archer“ nach Berlin kommt, berichtet Dr. Tanja Pirsig-Marshall, Kuratorin für Moderne im Landesmuseum. 1968 wurde die Plastik auf der Terrasse vor dem Museum aufgestellt – und blieb dort bis 2015. Dann wanderte sie ins Depot, da die Nationalgalerie bis 2019 saniert wird.

Die Sanierung war für das Landesmuseum ein Glücksfall – so konnte es das wertvolle Stück nach Münster holen. „Die Skulptur ist einer der Höhepunkte unserer Moore-Ausstellung“, so Museumsleiter Dr. Hermann Arnhold am Mittwoch. Mit der Schau präsentiere man unmittelbar vor den Skulptur-Projekten einen klassischen Bildhauer. „Das wird die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum befeuern“, hofft Arnhold.

1977 war Moore mit einer Arbeit bei den ersten Skulptur-Projekten vertreten, im gleichen Jahr wurde vor der LBS ein weiteres Werk des Briten aufgestellt, es befindet sich noch heute dort. Während der Sonderausstellung werden vor dem Landesmuseum noch zwei weitere Moore-Werke präsentiert, eine Skulptur aus Wuppertal trifft an diesem Donnerstag ein, eine weitere aus Recklinghausen folgt in Kürze. Sie sollen auf der Domplatz-Seite stehen.

Zum Thema

Die Sonderausstellung „Henry Moore – Impuls für Europa“ ist vom 11. November bis 19. März im Landesmuseum für Kunst und Kultur zu sehen. Thema der Ausstellung ist die Frage, warum Moore international, aber auch in Deutschland so viele Künstler inspirierte. Neben Werken von Moore werden Arbeiten von Hans Arp, Alberto Giacometti, Markus Lüpertz und Pablo Picasso zu sehen sein. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem LWL-Museum und der Londoner Tate Britain.

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