Lkw überrollt Frau an Ostmarkstraße Toter Winkel fordert wieder ein Menschenleben

Münster -

(Aktualisiert - 16.45 Uhr) Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich am Mittwochmorgen an der Ostmarkstraße ereignet. Eine Frau kam dabei ums Leben. Die Komplettsperrung der Ostmarkstraße ist seit dem frühen Nachmittag wieder aufgehoben. 

Von Helmut Etzkorn
Bei einem schweren Verkehrsunfall ist am Mittwochmorgen eine Fahrradfahrerin ums Leben gekommen. Ein Lkw-Fahrer hatte sie beim Abbiegen von der Ostmarkstraße in die Dieckstraße offenbar übersehen.
Bei einem schweren Verkehrsunfall ist am Mittwochmorgen eine Fahrradfahrerin ums Leben gekommen. Ein Lkw-Fahrer hatte sie beim Abbiegen von der Ostmarkstraße in die Dieckstraße offenbar übersehen. Foto: hpe

Wieder eine Unfalltragödie auf Münsters Straßen, und wieder war es der tote Winkel , der einer jungen Radfahrerin zum Verhängnis wurde.

Gegen 11 Uhr war sie am Mittwoch auf dem Radweg auf der Ostmarkstraße in Richtung City unterwegs, parallel zur ihr fuhr ebenfalls in Richtung Ring ein Lastwagen. Beide hatten ein grünes Ampelsignal. Plötzlich bog der 27-jährige Lastwagenfahrer aus Osnabrück, der an der Ostmarkstraße Waren anliefern sollte, in Höhe Erphokirche rechts ab in die Dieckstraße und übersah laut Polizei die Radlerin. Sie rutschte mit dem Rad unter den Lastwagen und war sofort tot.

Feuerwehr und Polizei sperrten den Kreuzungsbereich bis zum frühen Nachmittag ab, der Lastwagenfahrer erlitt einen Schock und musste ärztlich behandelt werden. Notfallseelsorger der Feuerwehr betreuten acht Passanten, die Augenzeugen des schrecklichen Unfalls wurden. Die Ostmarkstraße war für mehrere Stunden gesperrt, Experten der Polizei-Schwerlastgruppe untersuchten den Lastwagen. Er wurde sichergestellt.

Auch wenn die Radfahrerin keine Schuld trifft, rät die Polizei Radlern, im Zweifel auf ihr Vorfahrtsrecht zu verzichten. Pressesprecherin Antonia Linnenbrink : „Man sollte den Blickkontakt zu den Fahrzeugführern suchen, und wenn der Lkw nicht anhält, lieber stehenbleiben.“

Polizei und Ordnungspartnerschaft Unfallprävention warnen seit Jahren mit ihrer Kampagne „Sicher ist man nur dahinter“ vor den Gefahren des toten Winkels. An vielen Kreuzungen sind inzwischen Verkehrsspiegel installiert. Sie sollen Lastwagenfahren helfen, Radler besser zu erkennen. An einigen Kreuzungen wie an der Wolbecker Straße hat man Ampelschaltungen verändert, damit nicht Radler und Autos zeitgleich Grünphasen bekommen.

2015 wurde auf Münsters Straßen bei 157 Abbiegeunfällen ein Mensch getötet, es gab 21 Schwer- und 124 Leichtverletzte. 99 Prozent der Unfallopfer waren Radfahrer. Weil jetzt viele Erstsemester mit ihren Rädern  unterwegs sind, rät die Polizei Autofahrer zu Vorsicht und Rücksichtnahme.

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